27 Juni 2026

004 - Es ist Zeit für ein weiteres Abenteuer

Motorradführerschein im Intensivkurs – Unsere Erfahrungen mit ARLITT in Berlin


Warum wir den Motorradführerschein machen wollten

Schon im Zuge unserer Planung für diese Reise hatten wir uns das Ziel gesteckt, einen Motorradführerschein zu machen. Andrea hatte bereits in jungen Jahren damit begonnen, konnte diesen aber aus zeitlichen Gründen nicht abschließen. Frank hingegen hatte zwar auch schon immer damit geliebäugelt, aber nie den Schritt gewagt. Da uns jedoch klar war, dass wir auf der Reise evtl. in die Verlegenheit kommen würden, irgendwo mal eine Tour mit einem Roller machen zu wollen oder gar eine nette Strecke finden, die mit Motorrad doppelt Spaß machen würde, wollten wir uns das Wissen und die Technik hierfür aneignen, um sicher und souverän unterwegs zu sein.

Jetzt wollten wir aber nicht eine klassische Ausbildung beginnen und alle paar Tage eine Fahrstunde haben. Zeitlich flexibel wollten wir lieber die Fahrstunden gebündelt angehen und so rasch zum Ergebnis kommen. Bei unserer Recherche sind wir dann in Berlin auf ARLITT gestoßen. Die Fahrschule bietet einen 9-tägigen Intensivkurs an.
In einem ersten sehr informativen Zoom-Meeting wurde uns der Ablauf des Intensivkurses genauer erläutert und wir erhielten zahlreiche Hinweise, was wir bis zum Start erledigen müssten. Am Ende überzeugte uns vor allem, dass die ersten Fahrübungen nicht im öffentlichen Verkehrsraum stattfinden, sondern auf einem ehemaligen Militärflugplatz. Ohne lange Bedenkzeit meldeten wir uns für den Kurs Mitte Juli 2025 an.

Das solltet ihr vorher erledigen

  • Sehtest
  • Erste-Hilfe-Kurs
  • Passbild
  • Führerscheinstelle
  • Theorie lernen
  • Motorradbekleidung

Anmeldung und Bürokratie

Jetzt hieß es, alle notwendigen Voraussetzungen zu erfüllen. So benötigten wir einen aktuellen Sehtest, den wir in Augsburg bei Optik Mühler machten. Dann war ein Erste-Hilfe-Kurs notwendig. Zwar wussten wir eigentlich noch alles, dennoch mussten wir einen ganzen Samstag hierfür opfern.
Mit diesen Nachweisen und einem aktuellem Passbild musste dann noch die behördliche Anmeldung zur Führerscheinprüfung erfolgen. Wer jetzt denkt, im Zeitalter der Digitalisierung wäre es egal, wo die Anmeldung erfolgt, der ist gewaltig auf dem Holzweg. Die Anmeldung muss bei der zuständigen Führerscheinstelle am Wohnort des Prüflings erfolgen. Gleichzeitig ist aber dort nur dann eine Anmeldung möglich, wenn auch die Prüfung dort stattfinden wird. Soll heißen, wenn die Prüfung wegen der Fahrschule in Berlin erfolgt, dann muss man sich in Berlin oder Brandenburg bei der Führerscheinstelle anmelden. Da die Bearbeitung der Anmeldung regelmäßig satte 6 Wochen dauert - weiß der Geier warum - ist es nicht ratsam sich zuvor z.B. in Augsburg anzumelden, dort die Therorie zu machen und dann den Verwaltungsakt an die Behörde in Fürstenwalde weiterzureichen. Zum einen würde erneut die Bearbeitungsgebühr anfallen und zum anderen wieder eine Bearbeitungszeit von 6 Wochen entstehen. Also besser gleich da anmelden, wo man die Praxisprüfung ablegen wird.

Nun kann man natürlich nicht einfach bei der Behörde hereinspazieren und sich anmelden. Nein, erst benötigt man einen Termin, der online zu buchen ist. Da wir zu der Zeit noch in Stadtbergen gemeldet waren, war außerdem eine Ummeldung beim Einwohnermeldeamt notwendig. Da es sich um zwei verschiedene Ämter handelt, waren auch zwei Termine zu buchen. Bei der Führerscheinstelle gibt es Termine nur mit mehrwöchiger Vorlaufzeit, sodass dieser kurz vor unserer Kreuzfahrt von uns geblockt wurde. Für die Ummeldung nach Fürstenwalde hingegen können Termine erst zwei Wochen im Voraus gebucht werden. Somit mussten wir aus dem Urlaub heraus einen Termin so buchen, dass die Ummeldung bereits erfolgt ist, bevor es zur Führerscheinstelle geht. Puh, wie kompliziert. Am Ende lief dann aber alles wie geschmiert.


Theorie lernen

Jetzt waren wir Fürstenwalder, hatten uns sowohl zur Füherscheinprüfung bei der DEKRA als auch zur Fahrschule bei ARLITT angemeldet. Daraufhin erhielten wir von ARLITT den Zugang zu zwei Apps: Einerseits eine App für die Theorie. Dort konnten wir uns dann durch fast 1.000 Theoriefragen quälen. Es ist schon erstaunlich, wie schwer es uns fiel, obwohl wir aktive Autofahrer sind und das alles wissen sollten.
Andererseits erhielten wir eine App mit zahlreichen Videos aus dem späteren Prüfgebiet für die praktische Prüfung. Hier konnten wir uns bereits mit den Situationen etwas vertraut machen und unser zuvor erlerntes Theoriewissen anwenden und vertiefen.

Auch wenn wir beide im Besitz einer Fahrerlaubnis sind, mussten wir trotzdem diverse Theoriestunden nachweisen. Daher waren mehrere Ortstermine in der Fahrschule erforderlich, um die Voraussetzung für die Theorieprüfung zu erfüllen. Zusammen mit weiteren 20 Fahrschülern unterschiedlichen Alters drückten wir also wieder die Schulbank. Dabei lernten wir die Fahrlehrer und die Fahrschule näher kennen und waren immer mehr davon überzeugt, hier genau richtig zu sein.


Motorradbekleidung leihen

Neben den behördlichen Angelegenheiten und der Theorie mussten wir uns zusätzlich auch noch um passende und zulässige Motorradbekleidung kümmern. Es gibt inzwischen nur noch sehr wenige Fahrschulen, die die Bekleidung zur Verfügung stellen. Es wird immer davon ausgegangen, dass man sich seine eigene Kombi zulegt. Da wir jedoch nicht vorhatten, zwei komplette Sets Motorradbekleidung zu kaufen und im Genuss-Buss mitzunehmen, wollten wir diese gerne leihen. Nach intensiver Suche im Netz mussten wir feststellen, dass es nur einen einzigen Anbieter gibt. Über die Homepage von Motorradbekleidungsverleih luden wir eine umfangreiche Maßtabelle herunter, füllten diese gewissenhaft aus und sendeten beide per Mail zurück. Heike antwortete uns zeitnah und ließ uns wissen, dass die Sets rechtzeitig versendet werden.
Etwa eine Woche vor Beginn der Praxis wurden dann die Pakete verschickt. Leider ließ sich DHL mal wieder Zeit und wir bangten um unsere Teilnahme. Zwar hatten wir extra einen Ablageort eingetragen, um eine Zustellung zu garantieren. Aber da die Zustellung erst voraussichtlich am Samstag erfolgen sollte, schauten wir ständig im Handy nach, wo die Pakete blieben. Ein erstes Mal atmeten wir auf, als uns die Zustellung für die Mittagszeit angekündigt wurde. Als jedoch um 15 Uhr noch nicht zugestellt war und in der App eine Live-Verfolgung nicht mehr möglich war, wurden wir unruhig. Also versuchten wir DHL telefonisch zu erreichen. Während wir in der Warteschleife hingen, kam endlich die ersehnte Benachrichtigung, dass die Pakete abgestellt wurden. Nun stand dem Intensivkurs nichts mehr im Wege.


Der Intensivkurs bei ARLITT geht los

Die ersten Fahrstunden in Jüterbog

Am 14.07.2025 war es dann endlich soweit. Mit ARLITT ging es nach Jüterbog und auf den dortigen Übungsplatz. Vor Beginn wurden wir mehrfach darauf hingewiesen, dass der Kurs nicht umsonst „Intensivkurs“ heißt. Es sollte uns nicht nur in kurzer Zeit das Fahren mit einem Motorrad beigebracht werden, sondern es sollte auch intensiv werden. Bei der Ankunft auf dem Flugfeld standen bereits unsere Übungsmaschinen in Reih und Glied nebeneinander. Das sah schon ziemlich cool aus. Die Vorfreude aber auch der Respekt wuchsen von Minute zu Minute. Nach einer kurzen Einweisen durften dann die ersten Schüler an die Bikes und es folgten Übungen wie Auf- und Absteigen sowie Schieben und Stoppen, ohne das Motorrad umzuwerfen. Dann röhrten endlich zum ersten Mal die Motoren. Nach und nach erhielten wir alle die praktische Einweisung und durften dann erste Fahrversuche unternehmen.

Jetzt waren wir bereit, uns in die ersten Übungen zu stürzen. Immer im Kreis oder besser einem großen Rechteck übten wir abbiegen, bremsen und anhalten und wieder sanft anfahren. Der Umgang mit Kupplung, Bremse und Gas benötigt eine gute Koordination. Dabei lief nicht immer alles glatt. So lernten wir aber auch gleich, wie man ein Motorrad mit fast 200 kg auch als zierliche Frau wieder allein aufrichtet. Zum Glück hatten die Motorräder zusätzlich Schutzbügel aus Stahl, sodass wenigstens den Maschinen nicht allzu viel passieren konnte. Denn jeder hat sein Motorrad mal flachgelegt.
Nach der Mittagspause kamen dann neue Übungen hinzu.
Etwas überrascht sollten wir schon am ersten Tag freihändig fahren und das, obwohl wir gerade erst den grundsätzlichen Umgang mit dem Motorrad gelernt hatten. Als wir merkten, dass das problemlos möglich ist, machte es richtig Spaß. Aber was ist schon freihändig fahren? Kinderkram! Jetzt sollten wir beim freihändigen Fahren auch noch den Lenker mal links oder rechts wegdrücken (aber ja nicht festhalten) und damit einen Lenkimpuls erzeugen. Wir sollten erfahren, dass das Motorrad sofort wieder geradeaus fährt, wenn wir den Lenkimpuls beenden. Da kam schon ein gewisses Bauchkribbeln auf. Cool, was man uns da zumutet.
Zum Abschluss des ersten Tages sollten wir dann noch Schritttempo üben. Dazu reicht es nicht im ersten Gang das Motorrad rollen zu lassen. Das wäre mit 12 km/h schon viel zu schnell. Wir mussten jetzt gleichzeitig bremsen, etwas Gas geben und mit dem Schleifpunkt der Kupplung spielen. Erst wenn man durch Lenkbewegungen das Kippen der Maschine verhindern muss, hat man Schritttempo erreicht. Gar nicht so einfach, das zu koordinieren.


Andreas Verletzung

Am zweiten Tag stiegen wir direkt in die nächsten Übungen ein. Unter anderem eine Gefahrbremsung aus 50 km/h (bitte ohne umzufallen), enge Achten fahren, enges Abbiegen aus dem Stand und vieles mehr. Dabei erfuhren wir auch, dass das alles auch bei Regen funktioniert und Motorradbekleidung nicht regendicht ist. Aber wir waren alle angefixt und wollten gar nicht mehr runter von den Maschinen.
Nun hatten wir offenbar die wichtigsten Grundfahraufgaben erlernt und ARLITT steigerte die Anforderungen. Uns wurde ein umfangreicher Parcours aufgebaut und erklärt. Dieser beinhaltete alle bisherigen Übungen. Die Ausbilder beobachteten uns dabei und gaben wertvolle Tipps oder ermahnten uns, die Übungen sauber und ordentlich vorzubereiten und durchzuführen. Pausen gab es für uns nur, um mal kurz was zu trinken oder einen kleinen Snack zu essen.
Für Andrea endete der Ausflug nach Jüterbog dann jedoch vorzeitig. Bei einem Anhalten konnte sie das Kippen der Maschine nicht verhindern und stürzte. Dabei prellte sie sich unglücklich das Handgelenk. An ein Weitermachen war nicht zu denken. Frank hingegen drehte Runde um Runde, warf hin und wieder mal das Motorrad (vor Frust?) um und übte, bis ihm alle Knochen weh taten.
Zum Abschluss des Tages ging es dann nicht mit den Anderen zum Essen, sondern in die Klinik. Es sollte abgeklärt werden, ob evtl. mehr als eine Prellung vorlag. Der Arzt konnte uns Entwarnung geben. Dennoch musste Andrea aufgeben. Mit den Schmerzen im Handgelenk war ein Betätigen des Gashebels nicht möglich. Wolle, der Chef von ARLITT, hatte hierfür vollstes Verständnis und bot an, in einen späteren Kurs wieder einzusteigen.

Auch am dritten und letzten Tag in Jüterbog wurden die Grundfahraufgaben bis zum Erbrechen geübt. Enges Abbiegen aus dem Stand, dann um die Kurve tippeln. Einmal Schrittslalom bitte und dann Gefahrenbremsung aus 50 km/h. Außerdem noch Ausweichen und ordentlich anhalten. Schleifpunkt finden und halten, Gas geben, bremsen, schalten und wieder runterschalten. Volles Programm für Kopf und Körper. Irgendwann merkten alle Fahrschüler Muskeln und Knochen, von deren Existens wir gar nichts wussten.
Andrea musste hingegen das Ganze vom Spielfeldrand aus beobachten und war frustriert und traurig. Wäre es, wie bei normalen Fahrtrainings, um ein oder zwei Stunden gegangen, hätte Andrea sicher eine Schmerztablette genommen und wäre wieder aufgestiegen. Aber hier ging es um ca. 8-9 Stunden fahren und am nächsten Tag erneut. Das war einfach nicht machbar und sicherlich wäre es auch nicht gesund gewesen.
Während der Übungen wurden dann immer drei Fahrschüler herausgenommen, um eine Sonderaufgabe zu bekommen: das Schräglagentraining. Dank spezieller Stützrad-Konstruktionen konnten wir gefahrlos erfahren, welche Schräglage ein Motorrad erreichen kann, ohne zu kippen oder wegzurutschen. Hierzu sollten wir mit konstant 30 km/h einen recht großen Kreis in Schräglage fahren, dann sollten wir durch einen Lenkimpuls die Kreisbahn verkleinern und dadurch die Schräglage vergrößern. Nachdem wir so einige Runden gedreht hatten, sollten wir endgültig die Grenzen kennenlernen. Was kann ich machen, wenn ich zu schnell an eine zu enge Kurve heranfahre? Hier auf dem Flugfeld gab es keine Böschung oder Leitplanke, die Kurve bestand lediglich aus kleinen Gummihütchen. Daher sah die Übung vor, dass wir das Ganze auch mit 40 km/h versuchen, was nur dazu führte, dass wir aus der Kurve flogen. Dann wollte man uns etwas beibringen, was man gemeinhin für unmöglich und falsch hält: Wir sollten in der Kurve bremsen. Mit etwas Übung und viel Überwindung gelang es uns, diese Kurve mit Hilfe der Bremse auch noch bei 40 km/h zu meistern.
Den Abschluss in Jüterbog bildete dann die Gefahrbremsung aus höheren Geschwindigkeiten. Zunächst sollten wir auf 70 km/h beschleunigen und dann schnellstmöglich zum Stehen kommen. Natürlich dabei bitte nicht umkippen. Wer das schaffte, sollte oder durfte seine Geschwindigkeit um jeweils 20 km/h bis zur Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h erhöhen. Jetzt mussten wir uns höllisch konzentrieren und ja keine Fehler machen. Außerdem durften wir mal den Gashebel so richtig aufdrehen, denn mehr als in den 3. Gang sollten wir gar nicht schalten. Wie sagte Wolle immer: „Rechts mal richtig auf laut stellen.“


Stadtfahrten durch Berlin

Nach drei Tagen in Jüterbog ging es wieder nach Hause. Aber an Erholung war nicht zu denken. Denn jetzt ging es zu den Stadtfahrten durch Berlin. In einer Sackgasse wurden dabei immer die Grundfahraufgaben geübt und es wurden die späteren Prüfungsstrecken befahren. Dabei mussten wir jetzt neben der Beherrschung der Maschine auch den fließenden Verkehr und den Schilderwald Deutschlands beachten. Obwohl man schon seit fast 30 Jahren Auto fährt, ist es alles andere als einfach.


Klassenfahrt in den Frankenwald

Den Höhepunkt des Motorradkurses sollte die „Klassenfahrt“ in den Frankenwald bilden. Da fast alle Fahrschüler hierzu fahrtechnisch noch nicht bereit waren, wurde der Ausflug um einen Tag verschoben, um noch etwas Fahrpraxis erlangen zu können. Aber dann ging es auf die lange Tour. Neun Fahrschüler die abwechselnd fahren mussten und von vier Fahrlehrer betreut wurden, ging es zunächst über die Autobahn und später über kurvenreiche Landstraßen bis zur Bischofsmühle im Frankenwald. Dabei lernten wir neben dem Fahren auf der Autobahn vor allem die richtige Kurventechnik.


Prüfungsvorbereitung

Bevor es zur Prüfung gehen konnte, fehlte jetzt nur noch die Nachtfahrt. Doch zuvor gab es noch einmal ein ausführliches Gespräch. Dabei konnte man als Fahrschüler sich selbst einschätzen und Schwächen die man hatte benennen. Aber auch der Fahrlehrer gab einem eine Einschätzung zur Prüftauglichkeit und rät, ggf. zusätzliche Stunden für Übungen einzuplanen.
Da sich Frank vor allem beim engen Abbiegen und dem Schrittslalom noch unsicher fühlte, wurde vor der Nachtfahrt noch eine Übungseinheit mit den Grundfahraufgaben eingeschoben. Mit einer Eselsgeduld und zahlreichen Tipps konnte OJ die Schwächen bei Frank ausmerzen. Die anschließende Nachtfahrt verlief dann weitestgehend reibungslos, sodass einer Praxisprüfung nun nichts mehr im Wege stehen sollte.
Jetzt musste nur noch ein Termin bei der DEKRA gefunden werden.


Andrea steigt wieder auf

Wieder Fahrstunden in Jüterbog

Pünktlich zum 25.08.2025 war Andreas Handgelenk wieder fit und sie konnte in Jüterbog erneut mit dem Intensivkurs beginnen. Nun hieß es wieder sicher auf- und absteigen, anfahren und anhalten sowie Beherrschung über das Motorrad erlangen. Dazu gehört aber auch, sich auf der Maschine sicher zu fühlen. Daher sollten die Fahrschüler wieder freihändig fahren und dabei Lenkimpulse ausüben. Schnell wurde allen klar, dass das geht und das Motorrad nicht einfach umfällt. Dann ging es an die ersten Aufgaben. Gezielt zwischen zwei Hütchen abbremsen und punktgenau anhalten. Dazu am Ende der „Platte“ durch Drücken eng abbiegen und bitte die Blickführung nicht vergessen. Nach 8 Stunden auf dem Motorrad war endlich Schluss. Beim gemeinsamen Abendessen wurden noch einmal einige Eindrücke vom ersten Tag besprochen, bevor alle erschöpft in ihre Betten fielen.
Aber was wäre ein Intensivkurs, wenn es nicht intensiv wäre, und so ging es am zweiten Tag in Jüterbog wieder auf die Maschine. Das am Tag zuvor erlernte musste schließlich weiter gefestigt werden und weitere Übungen kamen hinzu. Unter anderem musste jetzt im Schritttempo gefahren werden. Wer wollte durfte sich auch gerne schon am Schrittslalom versuchen. Ebenso muss der Ausweichhaken sitzen. Nichts wäre schlimmer, wenn später vor einem eine Autotür aufgeht und man nicht weiß, was nun zu tun wäre. Oder man weicht zwar nach links aus, rauscht aber dafür in den Gegenverkehr. In Jüterbog haben die Fahrschüler den nötigen Platz, um in einem umfangreichen Parcours alle Grundfahraufgaben immer und immer wieder zu durchfahren. Die Fahrlehrer stehen dabei und geben Feedback und Tipps. Da Frank noch auf seinen Prüfungstermin wartete, nutzte er die Chance und stieg am Nachmittag ebenfalls auf ein Motorrad und reihte sich im Parcours ein, um sein Können zu verbessen. Erst am frühen Abend war Schluss und nach eimem leckeren Abendessen ging es mit schmerzenden Gliedern ins Bett.
Am letzten Tag in Jüterbog wurde der Pacour etwas verkleinert, da Platz für das Schräglagentraining benötigt wurde. Hierzu wurden mehrere Motorräder mit speziellen Stützrädern ausgestattet. So gerüstet sollten die Fahrschüler gleichmäßig mit 30 km/h in Schräglage einen großzügigen Kreis fahren. Sobald man sich daran gewöhnt hatte, sollte die Kreisbahn durch einen vehementen Lenkimpuls verkleinert und die Schräglage erhöht werden. Es kostet erstaunlich viel Überwindungskraft. Dabei geht es aber nicht darum, das Stützrad auf den Boden zu bekommen. Dies soll lediglich der Sicherheit dienen. Den Abschluss bildete wieder die Gefahrbremsung aus höherer Geschwindigkeit. Auf der „Platte“ ist hierfür genügend Platz und so kamen nach und nach die Motorräder mit über 100 Sachen angerauscht und die Fahrschüler gingen kräftig an die Bremsen, um schnellstmöglich zum Stehen zu kommen. Dann endlich hieß es, sich selbst auf die Schulter zu klopfen. Immerhin war dies wieder einmal die beste Gruppe heute. Nach einem Abschlussgespräch sind alle entlassen worden und auch wir fuhren wieder nach Hause.


Andrea auf Klassenfahrt im Frankenwald

Wie gehabt, folgten am Donnerstag und Freitag die ersten Stadtfahrten. Nun musste auch Andrea sich durch den Berliner Stadtverkehr quälen und dabei ihr Wissen und Können mit der Maschine unter Beweis stellen. Natürlich wurden auch die Grundfahraufgaben geübt, da diese prüfungsrelevant sind. Nach der Fahrstunde am Freitag wurde ihr dann mitgeteilt, dass sie an der Klassenfahrt ab Mittwoch teilnehmen kann und zuvor weitere Fahrstunden haben wird. Mit gemischten Gefühlen fand sich Andrea somit am Mittwochmorgen in der Fahrschule ein. Vor allem der Fahrtwind auf der Autobahn und das zu erwartende Kurventraining bereiteten ihr etwas Sorge. Trotzdem freute sie sich auf den Ausflug in den Frankenwald, schließlich erwartete sie dort ein zauberhaftes Hotel mitten im Wald mit gemütlichen Zimmern und leckerem Essen. Die Klassenfahrt ist definitiv eine Belohnung für die vorherigen Strapazen.

Zwei Tage später konnte Frank seine Andrea wieder wohlbehalten abholen. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht und etwas geschafft von der langen Tour stand Andrea in der Fahrschule. Überraschenderweise stand nach der langen Fahrt für Andrea noch am selben Tag die Nachtfahrt auf dem Programm. Also ging es zum Sonnenuntergang wieder aufs Motorrad und ab durch die Stadt. Erst um ca. 21 Uhr war endlich Schluss. Jetzt ging es nur noch mit dem Zug nach Hause und dann schleunigst ins Bett. Zum Glück ging es am Freitag erst am Nachmittag wieder auf die Maschine, sodass Andrea in Ruhe ausschlafen konnte.
Nachdem sich Andrea beim ersten Mal in Jüterbog am Handgelenk verletzt hatte, wurde in der Notaufnahme beim Röntgen nichts festgestellt, sodass es sich nur um eine Prellung gehandelt haben soll. Nach gut 6 Wochen Ruhe schien auch alles wieder in Ordnung zu sein. Daher war es überraschend, dass bereits beim Fahrtraining in Jüterbog erneut Schmerzen auftraten. Die Stadtfahrten und die spätere Klassenfahrt konnte Andrea teils nur mit Schmerzmitteln bewältigen. Auch die zugegebenermaßen kurzen Ruhephasen dazwischen halfen nicht wirklich, um das Handgelenk zur Ruhe kommen zu lassen.


Endlich Prüfung - endlich bestanden

Endlich war es soweit, unsere Prüfungstermine standen fest. Kurz vor der Prüfung hatten wir noch einmal eine Fahrstunde. Hier konnten wir mit unserem Fahrlehrer ein letztes Mal die Dinge durchgehen, wo wir uns noch nicht ganz sicher fühlten. So übten wir auf einem abgelegenen Parkplatz immer wieder die Grundfahraufgaben, wie Slalom, Ausweichhaken und Gefahrbremsung, aber vor allem den fiesen Schrittslalom.
Auch mental unterstützte uns ARLITT hervorragend. Bei netten Gesprächen vor und nach den Übungsstunden, aber auch während der Fahrt wurde uns immer wieder versucht klarzumachen, dass uns die Prüfer nicht durchfallen lassen wollen. Sie suchen nicht nach Fehlern, um uns zu ärgern. Nein, sie wollen uns liebend gerne den Führerschein überreichen. Alles was wir dafür tun müssen, ist genau so zu fahren, wie wir es zuvor gelernt und in zahlreichen Fahrstunden bereits gezeigt hatten. Trotzdem kommt eine gehörige Portion Nervosität hinzu, denn jeder Fehler wird natürlich registriert und die Grundfahraufgaben kann man nicht beliebig oft versuchen. Dennoch freuten wir uns auf die Prüfung und waren von unserem Können überzeugt.
Zufällig hatten wir dann auch noch dieselbe Prüferin. So wurden wir zum Prüftermin von der netten Stefanie Heuer von der DEKRA begrüßt und mit ein bisschen Witz und lockeren Sprüchen ging es in die Prüfung. Obligatorisch wurden die Unterlagen (Fahrlehrerlizenz, Perso u. Fahrzeugschein) überprüft und dann wurde uns bereits auf den Rücken geklopft. Nein, wir hatten noch nicht bestanden, aber ein Check der Rückenprotektoren ist Pflicht. Dann ging es an den Technikcheck. Der ist zwar nicht prüfungsrelevant, es macht aber schon einen guten Eindruck, wenn man die Fragen beantworten kann. Also sollte man schon wissen, wo man den Ölstand prüft. Was kann man alles über die Kette und die Reifen sagen?
Nach dem ganzen Vorgeplänkel ging es in die Fahrprüfung. Zunächst stand ein wenig Stadtfahrt an, denn es musste ein geeigneter Platz für die Grundfahraufgaben angesteuert werden. Dabei ist zu beachten, dass der Prüfer uns nur sieht aber nicht hört. Daher muss man z.B. an jedem Zebrastreifen immer die Bremse betätigen und sich deutlich umsehen. Ebenso sollte man rechtzeitig nachfragen, ob man links oder rechts fahren soll, wenn es geradeaus nicht weitergeht. Hierzu spielt man einfach den Wackeldackel, dann erkennt der Prüfer, dass wir den weiteren Straßenverlauf erkannt haben und gibt über den Fahrlehrer die benötigte Anweisung. Eine weitere Schwierigkeit ist der Berliner Stadtverkehr: Egal wann, egal wo, ständig gibt es neue Baustellen und Verkehrszeichen und die Markierungen sind meist erst im letzten Moment eindeutig erkennbar. Auch ist so manches Mal unklar, ob die 30 km/h jetzt nur für die Baustelle gilt oder für den weiteren Straßenverlauf, da die Schilder seltsam aufgestellt sind. Wer also in Berlin besteht, kann bestimmt überall fahren!
In einem Industriegebiet hieß es für uns dann Grundfahraufgaben zeigen. Plicht in der Klasse A sind der Schrittslalom, die Gefahrbremsung sowie der ungebremste und gebremste Ausweichhaken. Zusätzlich werden noch der normale Slalom und das Anhalten (zweimal links, zweimal rechts) abverlangt. Wichtig dabei, nur bei drei Aufgaben hat man einen zweiten Versuch. Das Motorrad darf nicht abgewürgt werden, die Hütchen müssen stehen bleiben und es darf nicht der falsche Fuß oder beide Füße auf den Boden kommen. Ein absolutes Tabu ist, die Maschine umzuwerfen, denn das zählt als Unfall und Sachbeschädigung und die Prüfung ist sofort beendet.
Hat man die Grundfahraufgaben überlebt, geht es in den zweiten Teil der Fahrpraxis. Meist darf man bei einem Stück Überland und Schnellstraße auch mal richtig Gas geben. Aber bloß nicht übertreiben. Anschließend geht es wieder durch die Stadt zum Ausgangspunkt zurück. Dort angekommen meinte unsere Prüferin, dass wir hinten raus so schlimm gefahren sind, dass sie uns jetzt unsere Führerscheine abnehmen muss. Wie bitte? Was haben wir falsch gemacht?

Dann fing sie an zu grinsen und wir begriffen, dass wir unsere Prüfungen bestanden hatten. Prüferin und Fahrlehrer gratulierten uns herzlich und wir bekamen im Gegenzug unsere vorläufigen Nachweise der Fahrerlaubnis überreicht.

Die Originale kommen in ca. 3-4 Wochen per Post.


Unser Fazit: Der Motorrad-Intensivkurs bei ARLITT war körperlich und mental deutlich anspruchsvoller, als wir erwartet hatten. Gerade die Kombination aus intensivem Training auf dem Übungsplatz, den Stadtfahrten in Berlin und der gemeinsamen Klassenfahrt machte den Kurs aber zu einer außergewöhnlichen Erfahrung. Trotz Rückschlägen durch Andreas Verletzung haben wir unser Ziel erreicht und können den Intensivkurs allen empfehlen, die sich mehrere Wochen Fahrschule ersparen möchten und bereit sind, sich neun Tage voll auf das Motorradfahren zu konzentrieren.

Das hat uns am Intensivkurs gefallen

  • intensives Training
  • Übungsplatz ohne Straßenverkehr
  • kleine Lerngruppen
  • engagierte Fahrlehrer
  • Schräglagentraining
  • Klassenfahrt

Würden wir ARLITT weiterempfehlen?

Ja.

Warum?

  • gute Organisation
  • motivierte Fahrlehrer
  • intensives Üben
  • realistisches Training
  • gute Prüfungsvorbereitung

24 Juni 2026

03 - Die Zulassung

Super, das Basisfahrzeug ist erworben, der Kaufvertrag unterzeichnet und der Kaufpreis gezahlt. Dann bleibt ja nur noch, das Auto abzuholen und nach Augsburg zu bringen. Dann kann es mit dem Umbau losgehen.

Tja, klingt zu schön, um wahr zu sein. Denn ich hatte nicht an den Behördendschungel in Deutschland gedacht. Theoretisch klingt es alles ganz einfach:
Man besorge sich eine Kfz-Haftpflichtversicherung, was inzwischen online kein Problem mehr ist. Hier kann man sich noch entscheiden, ob man diese nur für ein Kurzzeitkennzeichen oder gleich für die Anmeldung möchte. Man erhält nach Eingabe aller Daten eine eVB-Nummer. Mit dieser weist man der Zulassungsstelle nach, dass mit Zulassung des Fahrzeugs der Versicherungsschutz besteht.
Weiter benötigt man den Fahrzeugschein - eine Kopie reicht - und natürlich den Kaufvertrag und einen Ausweis.

Alles kein Problem! Einer Zulassung stand also nichts im Wege. Leider doch! Bei der Zulassungsstelle erklärte man mir dann, dass ich für dieses Fahrzeug nur ein Kurzzeitkennzeichen bekommen könne. Die eVB-Nummer gilt aber dafür nicht. Einen Anruf bei der Versicherung später hatte ich eine eVB-Nummer für ein Kurzzeitkennzeichen. Die Empfangsdame der Zulassungsstelle war aber trotzdem nicht zufrieden, denn die eVB-Nummer galt nicht für Sonderkraftfahrzeuge. Ein weiterer Kontakt mit der Versicherung und man erklärte mir, dass man keine Sonderkraftfahrzeuge versichern würde und somit dafür keine eVB-Nummer herausgeben könne.
Na toll, und nun? Nach einiger Recherche im Internet habe ich einen Anbieter gefunden, der gegen ein kleines Endgelt eine entsprechende eVB-Nummer herausrückte. Zurück am Empfang wurde mir dann tatsächlich eine Bearbeitungsnummer zugewiesen und ich durfte im Wartebereich Platz nehmen.

Nach einigem Warten wurde ich endlich aufgerufen.
Endlich erhalte ich meine Nummernschilder. Denkste!
Der freudliche Mitarbeiter der Zulassungsstelle prüfte mein Anliegen und teilte mir dann mit, dass ich für das Sonderkraftfahrzeug ausschließlich ein Kurzzeitkennzeichen erhalten kann. Mehr wollte ich ja auch erst einmal gar nicht. Dann erklärte er mir, dass dieses aber nur innerhalb der Gemeinde gültig wäre, wo das Fahrzeug zuletzt angemeldet war. Wie bitte? Ich könnte in Augsburg ein Kurzzeitkennzeichen erhalten, dieses wäre aber nur innerhalb der Gemeinde Schenklengsfeld gültig?

Ich erklärte dem Mitarbeiter der Zulassungsstelle daher den Sachverhalt und fragte ihn, wie ich dann zu einer Zulassung kommen kann. Zunächst muss der TÜV bestätigen, dass alle Anbauten für ein Sonderkraftfahrzeug wie Signalhorn und Rundumleuchten demontiert wurden. Erst dann kann das Sonderkraftfahrzeug zu einem normalen PKW umgemeldet werden. Dies kann entweder am jetzigen Standort erfolgen oder das Fahrzeug muss auf einem Anhänger nach Augsburg transportiert werden. Dabei können Ummeldung und Anmeldung in einem Schritt erfolgen.

Somit ging es nach endlosen Stunden unverrichteter Dinge wieder Heim. Nachdem der Frust etwas nachgelassen hatte, rief ich den Verkäufer an, um das Vorgehen abzustimmen. Da auch er von einem unkomplizierten Ummelden ausgegangen war, da die Signalanlage einfach zu demontieren ist, hatte er das Fahrzeug bereits abgemeldet. Somit war es unmöglich zum TÜV zu kommen. Jetzt war guter Rat teuer. Eine Lösung musste aber her. Der Verkäufer wollte mal herumfragen und sich dann melden.

Nach einigen Tagen hatte er Erfolg. Ein Bekannter hatte einen Freund beim TÜV und der sagte zu, sobald er ohnehin in der Gegend sei, um Landmaschinen zu prüfen, würde er die Abnahme machen. Zudem erläuterte er, was alles zurückzubauen wäre. Leider dauerte es dann etwas, bis er mal nach Schenklengsfeld kam. Dann gab es aber das ersehnte TÜV-Gutachten.

Mit diesem, und dieses Mal auch dem Original-Fahrzeugschein, ging es wieder zur Zulassungsstelle. Und jetzt lief auch alles wie am Schnürchen. Die Zulassung wurde erteilt. Ich bekam sogar eine Grüne Umweldplakette und wenig später waren auch die Kennzeichen fertig. Jetzt war ich also tatsächlich wieder im Besitz eines Autos, das auch auf mich zugelassen ist. Die Freude war riesig.

Jetzt musste ich nur wieder nach Schenklengsfeld fahren und das Auto abholen. Auf der Fahrt zurück nach Augsburg wurde dann mein Grinsen mit jedem Kilometer breiter. Der wichtigste Schritt auf dem Weg zum Camper war geschafft. Und ich hatte den Behördenwahnsinn überstanden.


Wer mehr zum Thema „Kurzzeitkennzeichen“, dem Nachfolger des roten Kennzeichens erfahren möchte, dem empfehlen wir den informativen Artikel Kurzzeitkennzeichen: Das gelbe Kennzeichens vom Deutschen Bussgeldkatalog. Herr RA Dr. Philipp Hammerich hat darin alle wichtigen Informationen zusammengetragen:

  • Wer kann ein Kurzzeitkennzeichen beantragen?
  • Wie lange ist ein Kurzzeitkennzeichen gültig?
  • Wo kann man ein Kurzzeitkennzeichen beantragen?

20 Juni 2026

003 - Unsere Zeit in Fürstenwalde

Unsere Zeit in Fürstenwalde zwischen Werkstatt, Vanlife und Ausflügen

Nach den vielen Erlebnissen der ersten Reisewochen gönnten wir unserer Langzeitreise eine kleine Pause. Doch von Erholung konnte keine Rede sein – Werkstatttermine, Blog, Motorradführerschein und viele kleine Projekte hielten uns ordentlich auf Trab.


Werkstatt und Reiseplanung

In unseren ersten Wochen in Fürstenwalde haben wir erst mal einige organisatorische Dinge erledigen müssen, um besser planen zu können, was die weiteren Schritte und Vorhaben für unsere Reise sind.
Dabei versuchten wir erneut über einen Bekannten den Kontakt zu einer polnischen Werkstatt herzustellen, um unserer Felía einen neuen Lack zu verpassen.
Zudem mussten wir leider feststellen, dass irgendwas mit der Kupplung zu sein schien. Da auch noch der Landstromanschluss nach außen verlegt werden sollte, um ggf. auf einem Campingplatz Strom nachladen zu können und eine Standheizung eingebaut werden sollte, fanden wir eine Kfz-Werkstatt, die sich mit alten Autos auskennt. Aber es hieß, dass es derzeit leider mit den Reparaturen nicht geht, da viel zu tun sei.
Also mussten wir warten, wann es wieder möglich wäre, das Auto reparieren zu lassen.


Unsere Homepage wächst weiter

Auch wollten wir noch ein paar Sachen für die Homepage gestalten, wie die Kommentarfunktion bereitstellen und weitere Beiträge schreiben.
Da Frank die Homepage selbst gestaltet und programmiert und nicht über einen Webbaukasten arbeitet, da diese leider nur sehr eingeschränkt auf unsere Wünsche und Vorstellungen anzupassen sind. Da er aber mit Programmieren und Webdesign keinerlei Vorkenntnisse bis dato hatte, muss er sich alles selbst beibringen, recherchieren und experimentieren. So dauerte dieses Vorhaben etwas länger.
Auf diese Weise konnten wir aber unserer Kreativität freien Lauf lassen und alle Elemente ganz an unsere Wünsche anpassen. Da Frank zudem Spaß daran gefunden hatte, sich damit zu beschäftigen, war das daher zwar deutlich zeitaufwändiger aber eben auch viel individueller als die Baukasten-Systeme (die uns vom Design nicht gefallen), was uns damit gut in den Kram passte.


Neues Design für unseren Bulli

Auf der Seite des Autos, auf der sich der Hochschrank befindet, wollten wir im hinteren Fenster (welches ohnehin vom Hochschrank verbaut ist) eine Folie kleben, auf der wir unsere Homepagedaten sowie die anderen SocialMedia-Plattformen bekannt geben wollten inkl. unserem Logo, damit gleich jeder sieht, wer die Weltgenießer sind.
Dabei kam uns die Idee, nicht nur unser Logo erneut zu bearbeiten, sondern auch gleich unser Motto für die Reise kundzutun.

Wir leben nur einmal,
also nutzen wir jede Gelegenheit,
um das Leben zu genießen.
Und wenn wir mit allen Sinnen genießen,
steht uns die Welt offen.

Für dieses Vorhaben wollten wir einen Anbieter finden, der uns unsere Vorlage auf Folie oder alternativ eine Kunststoffplatte druckt.

Dabei kam es auch, dass wir uns bereits mit unserem Namen „die Weltgenießer“ auf einigen SocialMedia-Plattformen den Namen sicherten, obwohl wir es bisher noch nicht geschafft hatten, dort irgendwelche Inhalte zu veröffentlichen. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden, wenn wir Gefallen am Posten und Videoschneiden, Fotos bearbeiten - und was sonst noch alles dazugehört - finden. Bis dato wissen wir noch nicht, wohin diese Reise gehen wird, aber den Weg zu dieser Möglichkeit sich zu präsentieren, ist somit zumindest mal geebnet 😉.

Außerdem stand ein weiteres Vorhaben an. Wir hatten uns entschieden, einen Motoradführerschein zu machen. Für unsere geplanten und bereits angemeldeten Termine der Theorieeinheiten zur Motorradführerscheinprüfung mussten wir daher noch fleißig Theorie lernen. Auch wenn erst im Juli die Praxisprüfungen anstanden, war somit vorab noch einiges zu tun.

Da leider irgendwann noch kurz bevor es eigentlich mit der Reise losgehen konnte, der Hochschrank einige Mängel aufwies (ein Artikel hierzu wird noch unter Bulli folgen) und leider dabei auch etwas kaputt ging, sollte die Zeit in Fürstenwalde genutzt werden, um diese Schreinereiarbeiten durchzuführen. Um zu verhindern, dass ständig der Schrank aus- und wieder eingebaut wird wegen der Sägearbeiten und dem Lackieren des Mobiliars und der Anbringung der Folie mit dem Logo, zogen wir es vor, die Planung für die Folie mit Logo und die Folierung vor den Schreinerarbeiten auszuführen.

Somit zogen ratzfatz einige Wochen ins Land - wenn auch für Euch scheinbar nicht wirklich viel passierte - für uns jedoch war so einiges los.


Ausflüge rund um Fürstenwalde

Spaziergang entlang der Spree

Wenn sich aber mal schönes Wetter ankündigte, konnten wir die Gelegenheit nutzen, um die nähere Umgebung zu erkunden.
So gingen wir direkt in Fürstenwalde an der Spree entlang und schauten uns die alten Schauplätze von Franks Kindheit an. Dabei stellte er fest, dass sich so einiges verändert hatte. Das Flussufer wurde schöner angelegt, so dass es attraktiver für Wanderer, Fischer und Camper wurde, die es damals nicht gab.
Auch siedelten sich mittlerweile nicht nur seltene Tiere wie Eisvögel an, sondern auch einige Gaststätten und ein Fitness-Laufpfad wurde eingerichtet.
Die Strecke, die Frank noch von damals als Kind vom Ruderverein kannte, wird noch immer von den Ruderern leißig genutzt. Aber auch Kajak-Fahrer legen gerne die Strecke bis zur ehemaligen Schleuse Große Tränke zurück. Hier gibt es einen netten Platz, an dem gecampt werden darf.


Mit dem Fahrrad zu den Rauener Bergen

Ein weiterer Ausflug führte uns mit unseren neuen Fahrrädern (die alten Räder wurden sogar auch von einer Fahrradwerkstatt für schrottreif erklärt 😉) zum Steinernen Tisch, den schon Theodor Fontane besuchte.
Dort in der Nähe befinden sich die Markgrafensteine oder auch Rauener Steine genannt. Hierbei handelt es sich um zwei riesige Granitblöcke, die mitten in den Rauener Bergen liegen. Von dem größeren der beiden wurde bereits im frühen 19. Jahrhundert ein Teil abgebaut. Aus einem Teil davon entstanden der Steinerne Tisch inkl. vier Bänken und aus dem größeren rund 70-80 Tonnen schweren Stück entstand eine großen Granitschale, die sich heute auf der Museumsinsel in Berlin befindet.
Außerdem gab es ursprünglich einen dritten Findling. Aus ihm wurden die Friedenssäule des Belle-Alliance-Platzes (heute Mehringplatz), die Siegessäule im Park Babelsberg und die Adlersäule auf der Lustgartenterrasse des Berliner Schlosses hergestellt (Quelle Wikipedia).
Die damalige Skisprungschanze existiert nicht mehr, nur die Stufen und das Fundament sind noch zu sehen. Dafür gibt es jetzt einen Aussichtsturm, der einem die Möglichkeit bietet, über das gesamte Umland zu blicken.

Da im Garten von Franks Eltern inzwischen die Kirschen reif waren, ging es auch mehrfach in den Baum, um eimerweise Kirschen zu ernten. Neben Kirschsaft wurde Kompott eingekocht und Kerschejockel (Andreas Oma kam aus der Pfalz) nach altem Familienrezept gebacken. Außerdem wurden einige Kirschen mit Schnaps angesetzt.


Erholung am Trebuser See

Angesichts des schönen Wetters ging es auf einer weiteren Fahrradtour in den Ortsteil Trebus zum gleichnamigen See. Neben der Hauptbadestelle bietet der See an einem Rundweg verschiedene kleine Badeplätze und Stege, die zum Sonnenbaden einladen.
Am Ufer entdeckten wir zahlreiche winzige Kröten, die gerade auf dem Weg ins Wasser waren. Manche davon waren nicht größer als ein Fingernagel.
Auf dem Rückweg genossen wir dann noch leckeren Kuchen und extravagante Kaffeespezialitäten.


Ein Schreckmoment beim Arbeiten im Garten

Statistisch gesehen passieren die meisten Unfälle in der Freizeit (Sport etc.), danach gefolgt von Haushaltsunfällen.
Leider mussten wir die Erfahrung machen, dass es echt schneller gehen kann als gedacht.
Frank half seinen Eltern im Garten und schnitt Äste von den Bäumen, die über die Wege und zu weit über das Dach des Hinterhofhauses hervorragten. Dabei übersah er einen Ast, der ihm ins Auge stach, wobei leider der Lidschluss nicht schnell genug war. Somit plagte ihn einige Zeit danach noch ein Fremdkörpergefühl und das Auge schmerzte und tränte stark.
Andrea wurde deswegen nervös, denn durch ihre Kurzsichtigkeit und starker Hornhautverkrümmung bekam sie immer wieder vom Optiker und Augenarzt eingebläut, dass die Hornhaut sehr empfindlich ist. Also recherchierten wir, wo es denn in der Umgebung am Sonntag eine Bereitschaftspraxis für Augenmedizin gibt.
Und dabei stellten wir fest, dass wir derzeit zwar in der Nähe von Berlin sind, aber tatsächlich wohl ziemlich tief im Osten am Arsch der Welt, denn wir mussten dann tatsächlich ca. 50 Minuten nach Berlin Marzahn reinfahren. Nur gut, dass wir dafür das Auto von Franks Mutter zur Verfügung gestellt bekamen, da unsere Felía noch in der Werkstatt war.
Frank musste vor Ort nicht lange warten, denn es war nur eine weitere Patientin vor ihm im Wartezimmer. Auch schien uns die Ärztin kompetent und sorgfältig. Fragen, die wir stellten, wurden für uns zufriedenstellend beantwortet, z.B. wo denn in der Nähe Bereitschaftsapotheken seien. Hierfür wurde uns ein Zettel mit den umliegenden Apotheken mitgegeben.
Wir können nicht verstehen, was manche Leute pauschal gegen „Ausländer“ haben, denn die Ärztin war dunkelhäutig, sprach etwas gebrochen Deutsch, aber wir verstanden alles, was sie uns erklärte und mitteilte und waren froh, dass sie für Frank und alle anderen Patienten am Sonntag ihren Dienst tätigte und sie sich ausführlich Zeit nahm, obwohl bereits weitere Patienten im Wartezimmer warteten.

Zudem wurde uns erklärt, dass Frank derzeit keinen Fremdkörper mehr im Auge hat, aber die Hornhaut entzündet sei und deswegen wurden zur Beruhigung Tropfen verschrieben und zur weiteren Behandlung wäre eine erneute Vorstellung beim behandelnden Augenarzt notwendig.
Also ging es am nächsten Tag zum ansässigen Augenarzt, bei dem gleich betont wurde, dass das eine große Ausnahme sei, dass wir drangenommen werden, da er „voll“ sei und keine neuen Patienten aufnehmen kann. Das war unserer Meinung nach erneut ein Merkmal für uns, dass wir persönlich froh darum sind, dass es zusätzliches Fachpersonal aus dem Ausland gibt.
Der Augenarzt schaute sich wieder das Auge an und erklärte zudem, dass die Hornhaut etwas geschädigt sei, wie bei einer Schürfwunde. Und er konnte uns Entwarnung geben, dass es wahrscheinlich nicht mehr lange dauern würde, bis die Schmerzen nach ca. 1-2 Tagen nachlassen würden.
Frank hatte also mal wieder mehr Glück als Verstand. Es hätte sehr viel schlimmer ausgehen können.

Tatsächlich ließen die Schmerzen schnell nach, doch bis dahin stand „Augenpflege“ auf dem Programm in Form der Tropfen und dem Auge geschlossen halten.
Somit war Frank für diese Zeit ausgeknockt, Andrea nutzte die Zeit für das Lernen der Theorie für den Motorradführerschein und kümmerte sich liebevoll um ihren Patienten.

Dann konnte Frank sich auch endlich wieder an die Homepage setzen, um Weiteres für die Kommentarfunktion zu bearbeiten, während Andrea weitere Pläne schmiedete, welche Berichte oder auch Rubriken noch ausgeführt werden können - wobei es erst mal beim Brainstroming und sich Gedanken machen blieb, bevor die Themen weiter ausgearbeitet werden.

Eines der Highlights in der vergangenen Zeit dagegen war, dass wir das erste Mal von einer Person außerhalb der Familie über Paypal „Trinkgeld“ gesponsert bekommen haben. Vielen lieben Dank noch mal an dieser Stelle dafür! Wir haben uns sehr darüber gefreut.


Ein Tag in Berlin

Andrea konnte zudem endlich mit einer lieben Freundin einen Termin vereinbaren, die derzeit u.a. mit ihrem Freund, Sohn und Hund in Berlin wohnt, um sich zu treffen, dass sie Frank kennenlernen kann.
Wir verabredeten uns zum Mittagessen in Berlin Charlottenburg. Ihr Freund war leider derzeit in Düsseldorf beschäftigt und der Sohnemann war in der Kita untergebracht. Nach dem Mittag zeigte sie uns „ihr“ Charlottenburg und bei bestem Wetter genossen wir noch zusammen ein leckeres Eis am Lietzensee.
Dann musste sie sich leider wieder von uns verabschieden. Wir nutzten den restlichen Tag und besuchten Madame Tussauds und schlenderten danach an der Spree entlang, bevor es wieder nach Fürstenwalde ging.


Madame Tussauds und Berliner Küche

Im Madame Tussauds kamen wir mal Stars und Berühmtheiten ganz nahe. Hier eine Umarmung von Robbie Williams, das fünfte Mitglied von ABBA sein, anstoßen mit Leonardo Di Caprio, mal auf dem heißen Stuhl von Günther Jauch Platz nehmen, einmal sich vor der Klum auf dem Catwalk beweisen oder an der Seite von Obama stehen. Wo sonst ist das überhaupt möglich und dann noch an einem Tag, wenn nicht dort?

Bei so viel Laufen kommt garantiert Hunger auf. So steuerten wir das Kartoffelhaus am Alex an. Im urig und liebevoll eingerichteten Gastraum gab es schließlich Leber mit Kartoffelstampf für Andrea und Bolte's Platte mit Boulette, Currywurst und Schnitzel an Kartoffelsalat für Frank. Die leckeren Speisen waren sehr üppig bemessen, sodass der Rest eingepackt wurde und für das Mittagessen am Folgetag reichte.


Stadtfest Fürstenwalde

Auch in Fürstenwalde versteht man es zu feiern. Das Stadtfest vom 04.-06.07.2025 lockte uns am Samstagabend mit rockiger Livemusik, buntem Treiben und leckeren Ständen mit Essen und Trinken.
So verköstigten wir z.B. Crêpes und Knobibrot, Kirschbier und schlemmten weiter auf dem mittelalterlichen Bereich Tannenmet und eine Fetatasche.

Am nächsten Tag wollten wir erneut dorthin, da es noch viele weitere Leckereien zu verköstigen gab.
Der Star des Tages war Annemarie Eilfeld, die die Bühne rockte und keine Berührungsängste zu haben schien, denn sie ging auf Tuchfühlung mit dem Publikum. Zum Schlager „Ein Festival der Liebe“ konnte sie die Meute zu einer Polonaise über den Marktplatz animieren. Den Weltrekord haben wir zwar nicht geknackt, aber der Wille zählt.
Leider mussten wir dann feststellen, dass bereits nach dem Live-Act um 18 Uhr alle Stände geschlossen hatten. So mussten wir mit leerem Magen wieder Heim. Sehr schade! Wir hatten uns schon auf Hirschragout und Wildgulasch gefreut.


Motorradführerschein – es geht voran

Wie schnell doch die Zeit vergeht. Das Stadtfest ist schon wieder zwei Wochen her. Was haben wir in dieser Zeit so alles gemacht?
Es stand einmal mehr Lernen für den Motorradführerschein auf dem Programm. Die Theorie ist sehr trocken und verlangt uns gerade deshalb alles ab. Hoffentlich erreichen wir bald unsere Prüfungsreife, denn ohne Theorieprüfung können wir auch keine Praxisprüfung ablegen. Also weiter büffeln, üben und wiederholen.
Außerdem musste die Kommentarfunktion der Homepage noch etwas angepasst und verfeinert werden. In diesem Zuge haben wir uns einen Admin-Bereich geschaffen, um die Hompage leichter moderieren zu können.
Ab dem 14.07.2025 ging es dann mit ARLITT das erste Mal aufs Motorrad. Hierzu aber mehr in einem separaten Beitrag.

05 - Rost, Rost, Rost

Dass ein Auto aus dem Jahr 1995 Roststellen hat, war mir von Anfang an klar. Und bei der Suche nach dem richtigen Basisfahrzeug ha...