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20 Juni 2026

003 - Unsere Zeit in Fürstenwalde

Unsere Zeit in Fürstenwalde zwischen Werkstatt, Vanlife und Ausflügen

Nach den vielen Erlebnissen der ersten Reisewochen gönnten wir unserer Langzeitreise eine kleine Pause. Doch von Erholung konnte keine Rede sein – Werkstatttermine, Blog, Motorradführerschein und viele kleine Projekte hielten uns ordentlich auf Trab.


Werkstatt und Reiseplanung

In unseren ersten Wochen in Fürstenwalde haben wir erst mal einige organisatorische Dinge erledigen müssen, um besser planen zu können, was die weiteren Schritte und Vorhaben für unsere Reise sind.
Dabei versuchten wir erneut über einen Bekannten den Kontakt zu einer polnischen Werkstatt herzustellen, um unserer Felía einen neuen Lack zu verpassen.
Zudem mussten wir leider feststellen, dass irgendwas mit der Kupplung zu sein schien. Da auch noch der Landstromanschluss nach außen verlegt werden sollte, um ggf. auf einem Campingplatz Strom nachladen zu können und eine Standheizung eingebaut werden sollte, fanden wir eine Kfz-Werkstatt, die sich mit alten Autos auskennt. Aber es hieß, dass es derzeit leider mit den Reparaturen nicht geht, da viel zu tun sei.
Also mussten wir warten, wann es wieder möglich wäre, das Auto reparieren zu lassen.


Unsere Homepage wächst weiter

Auch wollten wir noch ein paar Sachen für die Homepage gestalten, wie die Kommentarfunktion bereitstellen und weitere Beiträge schreiben.
Da Frank die Homepage selbst gestaltet und programmiert und nicht über einen Webbaukasten arbeitet, da diese leider nur sehr eingeschränkt auf unsere Wünsche und Vorstellungen anzupassen sind. Da er aber mit Programmieren und Webdesign keinerlei Vorkenntnisse bis dato hatte, muss er sich alles selbst beibringen, recherchieren und experimentieren. So dauerte dieses Vorhaben etwas länger.
Auf diese Weise konnten wir aber unserer Kreativität freien Lauf lassen und alle Elemente ganz an unsere Wünsche anpassen. Da Frank zudem Spaß daran gefunden hatte, sich damit zu beschäftigen, war das daher zwar deutlich zeitaufwändiger aber eben auch viel individueller als die Baukasten-Systeme (die uns vom Design nicht gefallen), was uns damit gut in den Kram passte.


Neues Design für unseren Bulli

Auf der Seite des Autos, auf der sich der Hochschrank befindet, wollten wir im hinteren Fenster (welches ohnehin vom Hochschrank verbaut ist) eine Folie kleben, auf der wir unsere Homepagedaten sowie die anderen SocialMedia-Plattformen bekannt geben wollten inkl. unserem Logo, damit gleich jeder sieht, wer die Weltgenießer sind.
Dabei kam uns die Idee, nicht nur unser Logo erneut zu bearbeiten, sondern auch gleich unser Motto für die Reise kundzutun.

Wir leben nur einmal,
also nutzen wir jede Gelegenheit,
um das Leben zu genießen.
Und wenn wir mit allen Sinnen genießen,
steht uns die Welt offen.

Für dieses Vorhaben wollten wir einen Anbieter finden, der uns unsere Vorlage auf Folie oder alternativ eine Kunststoffplatte druckt.

Dabei kam es auch, dass wir uns bereits mit unserem Namen „die Weltgenießer“ auf einigen SocialMedia-Plattformen den Namen sicherten, obwohl wir es bisher noch nicht geschafft hatten, dort irgendwelche Inhalte zu veröffentlichen. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden, wenn wir Gefallen am Posten und Videoschneiden, Fotos bearbeiten - und was sonst noch alles dazugehört - finden. Bis dato wissen wir noch nicht, wohin diese Reise gehen wird, aber den Weg zu dieser Möglichkeit sich zu präsentieren, ist somit zumindest mal geebnet 😉.

Außerdem stand ein weiteres Vorhaben an. Wir hatten uns entschieden, einen Motoradführerschein zu machen. Für unsere geplanten und bereits angemeldeten Termine der Theorieeinheiten zur Motorradführerscheinprüfung mussten wir daher noch fleißig Theorie lernen. Auch wenn erst im Juli die Praxisprüfungen anstanden, war somit vorab noch einiges zu tun.

Da leider irgendwann noch kurz bevor es eigentlich mit der Reise losgehen konnte, der Hochschrank einige Mängel aufwies (ein Artikel hierzu wird noch unter Bulli folgen) und leider dabei auch etwas kaputt ging, sollte die Zeit in Fürstenwalde genutzt werden, um diese Schreinereiarbeiten durchzuführen. Um zu verhindern, dass ständig der Schrank aus- und wieder eingebaut wird wegen der Sägearbeiten und dem Lackieren des Mobiliars und der Anbringung der Folie mit dem Logo, zogen wir es vor, die Planung für die Folie mit Logo und die Folierung vor den Schreinerarbeiten auszuführen.

Somit zogen ratzfatz einige Wochen ins Land - wenn auch für Euch scheinbar nicht wirklich viel passierte - für uns jedoch war so einiges los.


Ausflüge rund um Fürstenwalde

Spaziergang entlang der Spree

Wenn sich aber mal schönes Wetter ankündigte, konnten wir die Gelegenheit nutzen, um die nähere Umgebung zu erkunden.
So gingen wir direkt in Fürstenwalde an der Spree entlang und schauten uns die alten Schauplätze von Franks Kindheit an. Dabei stellte er fest, dass sich so einiges verändert hatte. Das Flussufer wurde schöner angelegt, so dass es attraktiver für Wanderer, Fischer und Camper wurde, die es damals nicht gab.
Auch siedelten sich mittlerweile nicht nur seltene Tiere wie Eisvögel an, sondern auch einige Gaststätten und ein Fitness-Laufpfad wurde eingerichtet.
Die Strecke, die Frank noch von damals als Kind vom Ruderverein kannte, wird noch immer von den Ruderern leißig genutzt. Aber auch Kajak-Fahrer legen gerne die Strecke bis zur ehemaligen Schleuse Große Tränke zurück. Hier gibt es einen netten Platz, an dem gecampt werden darf.


Mit dem Fahrrad zu den Rauener Bergen

Ein weiterer Ausflug führte uns mit unseren neuen Fahrrädern (die alten Räder wurden sogar auch von einer Fahrradwerkstatt für schrottreif erklärt 😉) zum Steinernen Tisch, den schon Theodor Fontane besuchte.
Dort in der Nähe befinden sich die Markgrafensteine oder auch Rauener Steine genannt. Hierbei handelt es sich um zwei riesige Granitblöcke, die mitten in den Rauener Bergen liegen. Von dem größeren der beiden wurde bereits im frühen 19. Jahrhundert ein Teil abgebaut. Aus einem Teil davon entstanden der Steinerne Tisch inkl. vier Bänken und aus dem größeren rund 70-80 Tonnen schweren Stück entstand eine großen Granitschale, die sich heute auf der Museumsinsel in Berlin befindet.
Außerdem gab es ursprünglich einen dritten Findling. Aus ihm wurden die Friedenssäule des Belle-Alliance-Platzes (heute Mehringplatz), die Siegessäule im Park Babelsberg und die Adlersäule auf der Lustgartenterrasse des Berliner Schlosses hergestellt (Quelle Wikipedia).
Die damalige Skisprungschanze existiert nicht mehr, nur die Stufen und das Fundament sind noch zu sehen. Dafür gibt es jetzt einen Aussichtsturm, der einem die Möglichkeit bietet, über das gesamte Umland zu blicken.

Da im Garten von Franks Eltern inzwischen die Kirschen reif waren, ging es auch mehrfach in den Baum, um eimerweise Kirschen zu ernten. Neben Kirschsaft wurde Kompott eingekocht und Kerschejockel (Andreas Oma kam aus der Pfalz) nach altem Familienrezept gebacken. Außerdem wurden einige Kirschen mit Schnaps angesetzt.


Erholung am Trebuser See

Angesichts des schönen Wetters ging es auf einer weiteren Fahrradtour in den Ortsteil Trebus zum gleichnamigen See. Neben der Hauptbadestelle bietet der See an einem Rundweg verschiedene kleine Badeplätze und Stege, die zum Sonnenbaden einladen.
Am Ufer entdeckten wir zahlreiche winzige Kröten, die gerade auf dem Weg ins Wasser waren. Manche davon waren nicht größer als ein Fingernagel.
Auf dem Rückweg genossen wir dann noch leckeren Kuchen und extravagante Kaffeespezialitäten.


Ein Schreckmoment beim Arbeiten im Garten

Statistisch gesehen passieren die meisten Unfälle in der Freizeit (Sport etc.), danach gefolgt von Haushaltsunfällen.
Leider mussten wir die Erfahrung machen, dass es echt schneller gehen kann als gedacht.
Frank half seinen Eltern im Garten und schnitt Äste von den Bäumen, die über die Wege und zu weit über das Dach des Hinterhofhauses hervorragten. Dabei übersah er einen Ast, der ihm ins Auge stach, wobei leider der Lidschluss nicht schnell genug war. Somit plagte ihn einige Zeit danach noch ein Fremdkörpergefühl und das Auge schmerzte und tränte stark.
Andrea wurde deswegen nervös, denn durch ihre Kurzsichtigkeit und starker Hornhautverkrümmung bekam sie immer wieder vom Optiker und Augenarzt eingebläut, dass die Hornhaut sehr empfindlich ist. Also recherchierten wir, wo es denn in der Umgebung am Sonntag eine Bereitschaftspraxis für Augenmedizin gibt.
Und dabei stellten wir fest, dass wir derzeit zwar in der Nähe von Berlin sind, aber tatsächlich wohl ziemlich tief im Osten am Arsch der Welt, denn wir mussten dann tatsächlich ca. 50 Minuten nach Berlin Marzahn reinfahren. Nur gut, dass wir dafür das Auto von Franks Mutter zur Verfügung gestellt bekamen, da unsere Felía noch in der Werkstatt war.
Frank musste vor Ort nicht lange warten, denn es war nur eine weitere Patientin vor ihm im Wartezimmer. Auch schien uns die Ärztin kompetent und sorgfältig. Fragen, die wir stellten, wurden für uns zufriedenstellend beantwortet, z.B. wo denn in der Nähe Bereitschaftsapotheken seien. Hierfür wurde uns ein Zettel mit den umliegenden Apotheken mitgegeben.
Wir können nicht verstehen, was manche Leute pauschal gegen „Ausländer“ haben, denn die Ärztin war dunkelhäutig, sprach etwas gebrochen Deutsch, aber wir verstanden alles, was sie uns erklärte und mitteilte und waren froh, dass sie für Frank und alle anderen Patienten am Sonntag ihren Dienst tätigte und sie sich ausführlich Zeit nahm, obwohl bereits weitere Patienten im Wartezimmer warteten.

Zudem wurde uns erklärt, dass Frank derzeit keinen Fremdkörper mehr im Auge hat, aber die Hornhaut entzündet sei und deswegen wurden zur Beruhigung Tropfen verschrieben und zur weiteren Behandlung wäre eine erneute Vorstellung beim behandelnden Augenarzt notwendig.
Also ging es am nächsten Tag zum ansässigen Augenarzt, bei dem gleich betont wurde, dass das eine große Ausnahme sei, dass wir drangenommen werden, da er „voll“ sei und keine neuen Patienten aufnehmen kann. Das war unserer Meinung nach erneut ein Merkmal für uns, dass wir persönlich froh darum sind, dass es zusätzliches Fachpersonal aus dem Ausland gibt.
Der Augenarzt schaute sich wieder das Auge an und erklärte zudem, dass die Hornhaut etwas geschädigt sei, wie bei einer Schürfwunde. Und er konnte uns Entwarnung geben, dass es wahrscheinlich nicht mehr lange dauern würde, bis die Schmerzen nach ca. 1-2 Tagen nachlassen würden.
Frank hatte also mal wieder mehr Glück als Verstand. Es hätte sehr viel schlimmer ausgehen können.

Tatsächlich ließen die Schmerzen schnell nach, doch bis dahin stand „Augenpflege“ auf dem Programm in Form der Tropfen und dem Auge geschlossen halten.
Somit war Frank für diese Zeit ausgeknockt, Andrea nutzte die Zeit für das Lernen der Theorie für den Motorradführerschein und kümmerte sich liebevoll um ihren Patienten.

Dann konnte Frank sich auch endlich wieder an die Homepage setzen, um Weiteres für die Kommentarfunktion zu bearbeiten, während Andrea weitere Pläne schmiedete, welche Berichte oder auch Rubriken noch ausgeführt werden können - wobei es erst mal beim Brainstroming und sich Gedanken machen blieb, bevor die Themen weiter ausgearbeitet werden.

Eines der Highlights in der vergangenen Zeit dagegen war, dass wir das erste Mal von einer Person außerhalb der Familie über Paypal „Trinkgeld“ gesponsert bekommen haben. Vielen lieben Dank noch mal an dieser Stelle dafür! Wir haben uns sehr darüber gefreut.


Ein Tag in Berlin

Andrea konnte zudem endlich mit einer lieben Freundin einen Termin vereinbaren, die derzeit u.a. mit ihrem Freund, Sohn und Hund in Berlin wohnt, um sich zu treffen, dass sie Frank kennenlernen kann.
Wir verabredeten uns zum Mittagessen in Berlin Charlottenburg. Ihr Freund war leider derzeit in Düsseldorf beschäftigt und der Sohnemann war in der Kita untergebracht. Nach dem Mittag zeigte sie uns „ihr“ Charlottenburg und bei bestem Wetter genossen wir noch zusammen ein leckeres Eis am Lietzensee.
Dann musste sie sich leider wieder von uns verabschieden. Wir nutzten den restlichen Tag und besuchten Madame Tussauds und schlenderten danach an der Spree entlang, bevor es wieder nach Fürstenwalde ging.


Madame Tussauds und Berliner Küche

Im Madame Tussauds kamen wir mal Stars und Berühmtheiten ganz nahe. Hier eine Umarmung von Robbie Williams, das fünfte Mitglied von ABBA sein, anstoßen mit Leonardo Di Caprio, mal auf dem heißen Stuhl von Günther Jauch Platz nehmen, einmal sich vor der Klum auf dem Catwalk beweisen oder an der Seite von Obama stehen. Wo sonst ist das überhaupt möglich und dann noch an einem Tag, wenn nicht dort?

Bei so viel Laufen kommt garantiert Hunger auf. So steuerten wir das Kartoffelhaus am Alex an. Im urig und liebevoll eingerichteten Gastraum gab es schließlich Leber mit Kartoffelstampf für Andrea und Bolte's Platte mit Boulette, Currywurst und Schnitzel an Kartoffelsalat für Frank. Die leckeren Speisen waren sehr üppig bemessen, sodass der Rest eingepackt wurde und für das Mittagessen am Folgetag reichte.


Stadtfest Fürstenwalde

Auch in Fürstenwalde versteht man es zu feiern. Das Stadtfest vom 04.-06.07.2025 lockte uns am Samstagabend mit rockiger Livemusik, buntem Treiben und leckeren Ständen mit Essen und Trinken.
So verköstigten wir z.B. Crêpes und Knobibrot, Kirschbier und schlemmten weiter auf dem mittelalterlichen Bereich Tannenmet und eine Fetatasche.

Am nächsten Tag wollten wir erneut dorthin, da es noch viele weitere Leckereien zu verköstigen gab.
Der Star des Tages war Annemarie Eilfeld, die die Bühne rockte und keine Berührungsängste zu haben schien, denn sie ging auf Tuchfühlung mit dem Publikum. Zum Schlager „Ein Festival der Liebe“ konnte sie die Meute zu einer Polonaise über den Marktplatz animieren. Den Weltrekord haben wir zwar nicht geknackt, aber der Wille zählt.
Leider mussten wir dann feststellen, dass bereits nach dem Live-Act um 18 Uhr alle Stände geschlossen hatten. So mussten wir mit leerem Magen wieder Heim. Sehr schade! Wir hatten uns schon auf Hirschragout und Wildgulasch gefreut.


Motorradführerschein – es geht voran

Wie schnell doch die Zeit vergeht. Das Stadtfest ist schon wieder zwei Wochen her. Was haben wir in dieser Zeit so alles gemacht?
Es stand einmal mehr Lernen für den Motorradführerschein auf dem Programm. Die Theorie ist sehr trocken und verlangt uns gerade deshalb alles ab. Hoffentlich erreichen wir bald unsere Prüfungsreife, denn ohne Theorieprüfung können wir auch keine Praxisprüfung ablegen. Also weiter büffeln, üben und wiederholen.
Außerdem musste die Kommentarfunktion der Homepage noch etwas angepasst und verfeinert werden. In diesem Zuge haben wir uns einen Admin-Bereich geschaffen, um die Hompage leichter moderieren zu können.
Ab dem 14.07.2025 ging es dann mit ARLITT das erste Mal aufs Motorrad. Hierzu aber mehr in einem separaten Beitrag.

12 Juni 2026

002 - Von Berching bis Fürstenwalde

Von Würzburg bis in den Spreewald – UNESCO-Welterbe, Fachwerk und Kahnfahrt


Von Erasbach nach Würzburg

Die Tage auf dem Reiterhof sind wie im Fluge vergangen und gerne wären wir noch ein bisschen länger geblieben. Auch unsere Gastgeber hätten sich über unsere Hilfe auf dem Reiterhof und die netten Abende gefreut. Aber eine Reise ohne reisen? Das geht einfach nicht.
Also packten wir unsere sieben Sachen wieder in die Felía, füllten noch Wasser nach und brachen zu neuen Abenteuern auf.


Würzburger Residenz und Altstadt entdecken

Als nächstes Ziel hatten wir uns bereits Würzburg ausgesucht. Neben der netten Altstadt mit Dom und Neumünster gibt es die Festung Marienberg sowie die Residenz Würzburg mit Hofgarten zu bestaunen. Den Genuss-Bus konnten wir stilecht direkt vor der Residenz abstellen. An der Residenz wurden wir dann gleich freudig überrascht. In Würzburg war gerade Welterbetag. Der Eintritt in die Residenz war wegen des Anlasses kostenlos und die Residenz konnte zudem ohne Führung besichtigt werden. Unerwartet haben wir damit Geld gespart.
So wandelten wir durch die barocke Residenz und bestaunten die opulente Ausstattung. Wir konnten uns an den fantastischen Wand- und Deckengemälden kaum satt sehen und wurden schier von den Stuckverzierungen und dem Goldglanz erschlagen. Es ist wirklich ein außergewöhnliches Barockschloss und veranschaulicht einen der strahlensten Fürstenhöfe Europas, wie es in der Begründung der UNESCO heißt.
Anschließend schlenderten wir noch gemütlich durch den Hofgarten und genossen den Sonnenschein. Auch dem benachbarten Rosenbachpark statteten wir einen Besuch ab.

Nach so viel höfischem Leben zog es uns ins weltliche Würzburg. Gleich auf der anderen Straßenseite befindet sich die Altstadt. Gemütlich schlenderten wir durch die Fußgängerzone und kamen dabei auch am Dom vorbei. Wir konnten daran nicht vorbei ohne ihn zu besichtigen. Da jedoch am Abend ein Konzert stattfinden sollte, war der Dom gesperrt. Lediglich vom Eingangsbereich aus konnten wir einen Blick hineinwerfen und den Chor bei der Probe belauschen. Foto- und Videoaufnahmen waren natürlich verboten.
Gleich neben dem Dom lockte eine weitere Kirche, das Neumünster. Die Barockpfarrkirche ist überraschend modern eingerichtet und schon deshalb sehenswert. Dennoch verweilten wir hier nicht zu lang, denn wir wollten noch ein Stück weiter.

Von der Fußgängerzone aus führt die Alte Mainbrücke über den gleichnamigen Fluss. An beiden Brückenenden wird regionaler Wein angeboten, der von zahlreichen Gästen auf der Brücke genüsslich getrunken wird. Wir konnten zum Glück widerstehen. Stattdessen machten wir uns an den kräftezehrenden Aufstieg zur Festung Marienberg. Von der äußeren Burgmauer hatten wir einen beeindruckenden Blick über Würzburg. Die Festung selbst war wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten zwar geschlossen, dennoch konnten man bereits von außen die Pracht und die Macht der Festung förmlich spüren. Leider zwang uns das Wetter frühzeitig wieder in die Stadt hinabzusteigen. Gerade noch rechtzeitig schlüpften wir bei einem Bäcker rein, bevor ein ordentlicher Regenguss die Straßen leerfegte.

Als der kurze Regenschauer endlich vorbei war, beschlossen wir, zu unserem Genuss-Bus zurückzukehren und uns einen gemütlichen Schlafplatz zu suchen. Da es noch nicht allzu spät war, fiel unsere Entscheidung auf einen Platz bei unserem nächsten Ziel. Der Parkplatz am Terrassenschwimmbad in Bad Kissingen schien uns besonders geeignet und unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Abseits des Straßenlärms direkt am Waldrand konnten wir auf dem leeren und großen Parkplatz uns unseren Stellplatz frei auswählen.
Vor dem Abendessen unternahmen wir noch einen kurzen Spaziergang in den Ort. Dass Bad Kissingen als Bäderstadt zum Welterbe gehört, wussten wir, dass es aber eine ganze Reihe von Gebäuden gibt, die den Welterbestatus unterstreichen, war uns nicht bekannt. Zum Glück waren die Gebäude auf einem ausgeschilderten Rundweg leicht zu finden. Die Tour hoben wir uns aber für den nächsten Tag auf.


UNESCO-Weltkulturerbe Bad Kissingen

Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht starteten wir mit unserer Welterbetour. Leider kamen wir dabei nicht weit. Der Weg führte in einen schön angelegten Park, in dem wir ein Barfußlabyrinth entdeckten. Kurzentschlossen schlüpften wir aus unseren Schuhen und folgten dem verschlungenen Pfad. Dabei mussten wir so manchen fiesen Untergrund überwinden. Der Rindenmulch und die Holzbretter waren ganz nett, aber der Rollkies oder gar der Splitt waren eine echte Herausforderung. Ein Glück konnten wir im Anschluss den Füßen im kühlen, feuchten Gras ein wenig Entspannung bieten und in der morgendlichen Sonne trocknen lassen.
Da wir nun schon in dem Park waren, wollten wir einen kleinen Schlenker machen und den Pavillon der Religionen besichtigen. In einem sechseckigen Pavillon werden die fünf Hauptreligionen Buddismus, Christentum, Hinduismus, Judentum und Islam sowie die offene religionsungebundene Spiritualität vorgestellt und gleichwertig sowie informativ den Besuchern nähergebracht. Zu jeder Glaubensrichtung sind Texte aus deren heiligen Schriften sowie Aussagen hochrangiger Vertreter des Glaubens zu lesen. Uns fiel schnell auf, dass alle in etwa das Gleiche besagen und wir kamen einmal mehr zu dem Schluss, dass alle Religionen das Gleiche erreichen wollen und es nicht die eine richtige Religion gibt.
Nun sollte es aber weitergehen mit unserer Welterbetour, aber daraus wurde nichts. Wir entdeckten einen Hinweis auf eine weitere sehr interessante Tour, die Sisi-Tour. Mittels QR-Code auf Informationstafeln kann man sich akustisch durch das Leben der jungen Kaiserin und ihre wiederholten Besuche in Bad Kissingen führen lassen. Wir konnten nicht wiederstehen und folgten der Tour, die uns zunächst aus dem Park heraus und hinauf auf den Altenberg zum Sisi-Denkmal führte. Dabei lauschten wir den Erzählungen und genossen die Aussicht über den Ort. Die Tour endete dann wieder im Park, was uns die Möglichkeit gab, neben dem Rosengarten auch gleich die Altstadt mit den Fachwerkhäusern zu besichtigen und die Welterbetour fortzusetzen.

Nachdem wir wieder am Ausgangspunkt unserer Welterbetour angekommen waren und wir alles für uns Wichtige in Bad Kissingen gesehen hatten, machten wir uns auf den Weg zurück zum Genuss-Bus. Aber nicht um weiterzufahren. Oh, nein! Wir hatten offenbar noch nicht genug Kilometer und Höhenmeter hinter uns. Wir wollten noch eine weitere Sehenswürdigkeit ansteuern, die Burgruine Botenlauben. Sie thront oberhalb des Parkplatzes. Schnaufend erreichten wir das Plateau und konnten nun zurückblicken, wo wir heute schon gewesen waren. Dann ging es mitten in die Ruine hinein. Da sie eine zeitlang als Steinbruch missbraucht wurde, stehen außer den beiden Wehrtürmen nur noch ein Mauerrest und einige Wandsockel. Dennoch ist es ein eindrucksvoller Anblick.


Jüdisches Weltkulturerbe in Erfurt

Vom beschaulichen Kurort Bad Kissingen ging es nach Erfurt. Erfurt hatten wir zwar bereits gesehen, lag nun aber gerade an unserer Route und hat seit kurzem weitere Welterbestätten hinzubekommen. Erst 2023 wurden mehrere jüdische Plätze und Bauwerke in die UNESCO aufgenommen. Dazu zählen die Alte Synagoge, das Steinhaus sowie die Mikwe.
Die Alte Synagoge ist die älteste bis zum Dach erhaltene Synagoge in Mitteleuropa und stammt aus dem 11. Jahrhundert. Heute beherbergt es ein Museum zur jüdischen Gemeinde Erfurts im Mittelalter sowie zur Baugeschichte der Synagoge. Das Steinhaus datiert auf das 13. Jahrhundert und besticht durch seine einzigartige erhaltene Ausstattung. Das Mikwe wiederum ist ein Ritualbad und wichtiger Bestandteil einer jüdischen Gemeinde.


Quedlinburg – Fachwerkstadt im Harz

Nach dieser gelungenen Unterbrechung unserer Fahrt konnten wir unser eigentliches Tagesziel, Quedlinburg, anfahren. Den Nachmittag nutzten wir noch für einen Spaziergang durch die Gassen mit ihren Fachwerkhäusern und warfen einen Blick in die evangelische Marktkirche St. Benedikti. Über den Marktplatz und vorbei am Schlossberg ging es zur Basilika St. Wiperti. Eine Besichtigung war heute zwar nicht mehr möglich, machte aber Lust, dies am nächsten Tag nachzuholen.
So ging es erschöft von so viel neuen Eindrücken auf einen kleinen Parkplatz etwas außerhalb, wo wir einmal mehr einen tollen Sonnenuntergang erlebten und erholsam schlafen konnten.

Frisch gestärkt ging es erneut zur Basilika St. Wiperti. Die Wipertikirche mit ihrer über 1.000 Jahre alten Krypta ist, auch wenn sie etwas abseits liegt, einen Besuch wert. Auf dem Rückweg Richtung Altstadt wollten wir noch dem Münzenberg einen Besuch abstatten. Allerdings musste der noch etwas warten. Obwohl wir gerade erst gefrühstückt hatten, konnten wir an den verführerischen Düften aus der Bäckerei Gelbke nicht vorbei. Wir mussten eine kurze Pause mit Kaffee und Kuchen einlegen und kauften am Ende noch etwas Wegzehrung und Nußbrot. Erst dann konnten wir zum Münzenberg hinaufsteigen und durch die malerischen Gassen schlendern. Zum Abschluss in Quedlinburg ging es auf den Schlossberg. Leider konnte das Schloss wegen umfangreicher Sanierungsmaßnahmen nicht besichtigt werden, so blieb uns nur ein Blick auf die imposante Fassade.


Bauhaus und Schloss Mosigkau in Dessau

Von Quedlinburg ging es nun Richtung Osten nach Dessau. Auch Dessau ist bekannt für mehrere Welterbestätten. Die meisten davon kannten wir bereits, aber einige weniger bekannte fehlten noch. So passte der Besuch Dessaus bestens in unsere Routenplanung. Schon im Örtchen Musigkau steht das wenig beachtete Schloss Musigkau. Zwar war eine Besichtigung des Schlosses wegen Renovierungsarbeiten nicht möglich, dennoch war das Rokoko-Schloss schon von außen sehr sehenswert. So begnügten wir uns mit einem Spaziergang durch die Gartenanlage, bevor es weiter nach Dessau ging.
In Dessau selbst wollten wir uns die Wohngebäude in der Peterholzstraße und Mittelbreite ansehen. Dies sind typische Vertreter der Bauhauszeit und werden bis heute fast unverändert genutzt. Vor Ort wurden wir von einem älteren Bewohner angesprochen. Er konnte uns viel über die Gebäude berichten. So erfuhren wir, wo früher die Kohlen gelagert waren und dass jede Familie einen Gartenanteil hatte. Auch die Grundrisse der Wohnungen sind weitgehend unverändert. Aber es wurde Zentralheizung nachgerüstet und der Hauszugang etwas verändert. Die Gartenanteile gibt es heute nicht mehr. Auch das Waschhaus wird inzwischen anderweitig genutzt. Dafür hat jedes Haus einen großen Gemeinschaftsgarten. So erhielten wir einen viel tieferen Einblick als wir es je für möglich gehalten hätten. Vielen Dank dafür.


Spreewald erleben – Kahnfahrt und sorbische Kultur

Da Dessau lediglich geschickt in die Route eingebaut werden konnte, wollten wir dort nicht länger verweilen. Stattdessen ging es noch weiter nach Lübbenau in den Spreewald. Hier lockten eine prächtige Natur und die lokale Kultur der Sorben. In Lehde besuchten wir daher ein Freilichtmuseum mit original erhaltenen Häusern und Scheunen, wo uns das Leben von damals anschaulich erklärt wurde. Ein kurzer Film brachte uns die Sagen etwas näher und an mehreren Stationen konnte man Holzpantoffeln, Kinderspielzeug von damals und die frühere Waschmaschine einmal selbst ausprobieren.
Bevor wir uns einen Schlafplatz suchten, erkundigten wir uns noch nach einer Kahnfahrt für den kommenden Tag und versorgten uns mit originalen Senfgurken aus dem Spreewald.

Endlich ein Seetag!!!
So nennen wir es, wenn wir mal die Seele baumeln lassen und ganz entspannt durch den Tag kommen wollen („à la Kreuzfahrt“).
Daher starteten wir mit einem leckeren Frühstück beim Bäcker, bevor gegen halb elf eine etwa 5-stündige Kahnfahrt nach Wotschofska startete. Gemächlich gleitete der Kahn die Spreearme entlang vorbei an malerischen Häuschen und durch grüne Wälder. Der Fährmann erklärte uns viel über die Kultur der Sorben und das spezielle Leben im Spreewald.
In Wotschofska wurde Rast gemacht und wir probierten Gurkensuppe aus Senfgurken und ein Potsdamer, ein Biermixgetränk aus Pilsener und Himbeerlimonade. Nach dieser Stärkung und einem kräftigen Regenschauer ging es weiter durch den Spreewald. Das Leben im Spreewald hängt eng mit dem Wasser zusammen. Viele der Anwesen sind ausschließlich auf dem Wasserweg erreichbar. So müssen Waren, Baustoffe und Baugeräte mit den Kähnen transportiert werden. Auch Vieh wird noch heute traditionell mit dem Kahn auf die Weide gebracht. Und da Motorantrieb nur mit Ausnahmegenehmigung eingesetzt werden darf, passiert das alles ganz langsam und mit Muskelkraft. Selbst die Schleusen werden von Hand bedient. Da die zahlreichen Spreearme und -kanäle somit die Straße im Spreewald ersetzen, war es nicht verwunderlich, dass an den Kreuzungen Straßenschilder standen. Aber ein Ortsschild war dann doch recht skurril. Durfte ab dort nur noch 50 gefahren werden?
Auf der Rückfahrt machte der Fährmann zum Kaffee an einer kleinen Gaststätte Halt. Und was passt besser zum Kaffee im Spreewald als Plinse. Plinse sind Eierkuchen aus Hefeteig und werden mit verschiedenem Obstkompott, Eis und Sahne serviert. Wir entschieden uns für die traditionellste Art mit Apfelmus. Was ein Genuss.
Zurück am Hafen versorgten wir uns noch einmal mit spreewälder Leckereien und fuhren dann weiter nach Fürstenwalde. Hier stehen Lernen für den Motorradführerschein, Bauen sowie Reparaturen am Bulli und Lackieren des Bullis an. Daher werden wir den nächsten Beitrag erst etwas später verfassen.

05 - Rost, Rost, Rost

Dass ein Auto aus dem Jahr 1995 Roststellen hat, war mir von Anfang an klar. Und bei der Suche nach dem richtigen Basisfahrzeug ha...