31 Juli 2026

06 - Fußboden & Dämmung

Nachdem im Innenraum alle Roststellen behandelt waren und das Bodenblech in neuem Farbglanz erstrahlte, erschien es sinnvoll, einen Fußboden herzustellen, um eine ebene Fläche für das Aufstellen der einzelnen „Möbelstücke“ zu haben.
Schon wegen der Längsrillen war das Bodenblech nicht geeignet. Zudem sollte das Basisfahrzeug mit einer Dämmung versehen werden, um ein wohliges Raumklima zu bekommen. Dabei ist zu beachten, dass die Dämmung hinreichend vor Beschädigungen geschützt ist. Da aber der Innenausbau sicher befestigt werden muss - Thema Ladungssicherung - musste der Bodenaufbau ohnehin um eine Bodenplatte ergänzt werden.

Kommen wir zunächst zur Dämmung:
Hier kam mir mein Wissen aus meinem Studium zum Bauingenieur zu Gute. Ich wusste worauf es bei der Dämmung ankommt und wie die einzelnen Parameter, wie Wärmeleitfähigkeit und Dampfdiffusionswiderstand, zu bewerten sind. Dennoch gab es für mich ein Problem. Bauphysikalisch sollte eine Dämmung immer außen angebracht werden. Warum das so ist, soll aber nicht Thema dieser Website sein.
Somit war es nicht möglich gewöhnliche Dämmung zu kaufen und zu verbauen. Zumal dann je nach Qualität erhebliche Dämmstärken erforderlich wären. Bei einem Haus sind es meist schon 20cm und mehr. Also musste ich mich im Internet nach alternativen Möglichkeiten umsehen. Da der Ausbau eines Campers nichts Ungewöhnliches ist, findet man hier schnell alle Informationen.
Ja, auch das Dämmen mit Naturprodukten wie Hanf und Schafswolle, aber auch die Verwendung von Styropor und Glaswolle werden erwähnt. Ein Produkt wird aber besonders häufig verwendet. Vermutlich liegt es an der Kombination der Eigenschaften.
Es hat eine sehr geringe Wärmeleitfähigkeit und somit ist die Dämmwirkung hoch. Zudem ist der Dampfdiffusionswiderstand hoch und das Produkt nimmt keine Feuchtigkeit auf. Außerdem gibt es das Produkt auch als selbstklebende Variante, was die Verarbeitung deutlich verbessert.
Somit entschied auch ich mich für das Produkt Armaflex XG von Armacell in der Stärke 19mm. Zusätzlich wurde noch das Armaflex Klebeband gekauft um Holme und ähnliches mit einer minimalen Dämmung versehen zu können. Für die Stöße kam noch ein alukaschiertes Klebeband hinzu.

Um die Bodenplatte später ohne Beschädigung der Dämmung sicher mit der Karosserie zu verbinden, musste zunächst eine Lattung eingebaut werden. Hierzu wurden einfache Dachlatten verwendet, die mit Hilfe von Nietmuttern an das Bodenblech geschraubt wurden. Im Anschluss konnten die Flächen zwischen den Latten mit Dämmung versehen werden und zum Schluss die Bodenplatte aufgelegt und mit der Lattung fest verschraubt werden.
Klingt eigentlich ganz simpel, dauerte aber trotzdem einige Zeit, wenn man alles allein machen will.

Vor allem das passende Zuschneiden der Bodenplatte war überaus mühselig. Ich verwendete hier Siebdruckplatten mit 18mm Stärke. Diese sind sehr biegesteif und durch ihre Beschichtung wasserfest. Leider, oder vielleicht auch zum Glück, gab es die Platten nicht in der passenden Größe. Daher musste ich gleich zwei kaufen und reichlich Verschnitt hinnehmen. Andererseits waren bereits diese Platten extrem unhandlich und schwer, sodass ich meine liebe Mühe hatte, diese in den Bulli zu wuchten.
Auch bei der Bearbeitung war dies zunächst recht hinderlich. Erst als ich die Platten zumindest auf Länge geschnitten hatte, war das Arbeiten etwas leichter. Allerdings erforderte das Anpassen der Platten an die Konturen des Bodens viel Zeit. Wiederholt musste ich Maß nehmen und die Platten bearbeiten.
Nachdem die Platten endlich wunschgemäß zugeschnitten waren, konnten die Schrauben vorgebohrt und dann die Platten verschraubt werden. Am Ende war ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Nun, da die Bodenplatten angepasst und eingebaut waren und somit keinen Schmutz mehr machten, konnte die Dämmung des Bodens folgen. Die Dämmung wird in Rollen geliefert und lässt sich mit einem Keramikmesser problemlos zuschneiden. Aufgrund ihrer Flexibilität passt sich die Dämmung anschließend der Form des Untergrundes an.
Vor dem Verkleben sollte jedoch der Untergrund gründlich gereinigt werden, um eine gute Haftung zu gewährleisten. Beim Verkleben sollte man dann abschnittsweise vorgehen. Die Schutzfolie wird zunächst nur an einer Seite oder Ecke entfernt, diese passend ausgerichtet und angedrückt. Dann kann die Schutzfolie nach und nach abgezogen und die Dämmung sorgfälltig verklebt werden.
Zudem sollte man darauf achten, dass zwischen einzelnen Stücken keine Lücken bleiben. Diese sollten ggf. mit Resten ausgestopft werden. Zum Schluss noch die Stöße mit alukaschiertem Klebeband überkleben, um ein Eindringen von Feuchtigkeit an diesen Stellen zu verhindern, fertig ist die Bodendämmung.

Der Boden ist jetzt gedämmt und eine ebene Fläche für den Ausbau geschaffen. Nun fehlten noch die Seitenwände, Türen und das Dach. Da ich mir hier noch nicht sicher war, ob ich die Dämmung aufs Blech kleben soll oder vielleicht besser auf die Verkleidung, wurde dies zunächst zurückgestellt.
Erst zusammen mit Andrea habe ich die Arbeiten dann in Angriff genommen. Aufgrund der vielen Verstrebungen waren hier dann auch die kleineren Hände von Vorteil. Zudem erwiesen sich die Verstrebungen als so stark, dass gleich zwei Schichten Dämmung aufgebracht werden konnten.

Fußboden und Dämmung sind eingebaut. Endlich war es möglich, genau Maß zu nehmen für die Möbel. Hierzu zeichnete ich mir auf der Bodenplatte eine Mittellinie sowie bei 1,80m vom Heck eine Querlinie ein. Von diesen Linien aus wurden in der Folge alle Maße genommen.

12 Juli 2026

05 - Rost, Rost, Rost

Dass ein Auto aus dem Jahr 1995 Roststellen hat, war mir von Anfang an klar. Und bei der Suche nach dem richtigen Basisfahrzeug hatte ich Fahrzeuge gesehen, bei denen nur noch der Lack alles zusammengehalten hat. Bei vielen war auf den ersten Blick erkennbar, dass ich um einen umfangreichen Werkstattbesuch nicht herumkommen würde. Es hätten neue Bleche eingeschweißt werden und somit eine neue Lackierung sein müssen.

Auch mein neuer Bulli hatte Roststellen. Der Verkäufer hat diese auch gar nicht erst verheimlichen wollen. Aber es waren nur kleine unbedeutende Stellen und ich war mir sicher, diese leicht ausbessern zu können. Da es mir nicht um einen perfekten Außenlook ging - Schrammen wird er mit der Zeit ohnehin bekommen - dürfen später ausgebesserte Stellen ruhig erkennbar sein.

Ich war mir daher bewusst, dass ich unter dem Bodenbelag und hinter den Verkleidungen wohl auf weiteren Rost stoßen werde. Da äußerlich nichts zu sehen war, befürchtete ich aber, nichts Wildes zu finden.

Beim Ausbau der Sitze konnte ich auch nur Rost an den Schrauben feststellen und auch als der Bodenbelag weg war, war offenbar nur oberflächlicher Rost vorhanden. Nur bei beiden Radkästen entdeckte ich Lackablösungen. Da diese auf beiden Seiten existierten und der Bereich sich nicht nach Blech anhörte, nahm ich an, dass ich die Ablösungen einfach entfernen kann und dann neu lackiere. Ich vermutete, dass hier Schraubenköpfe zum Schutz abgedeckt und später überlackiert wurden. Doch als ich vorsichtig die losen Bestandteile entfernen wollte, konnte ich plötzlich den Straßenbelag und den Reifen sehen. Oh mein Gott! Wie es scheint war hier bereits das Blech durchgerostet und die Stellen wurden mit einem Spachtel oder Ähnlichem verschlossen und reprofiliert.

Dies war einer der Tage, an denen ich an dem ganzen Projekt zweifelte. Wie schlimm sind die Stellen? Gibt es noch mehr davon? Wie soll ich das bloß reparieren? Schleifen und lackieren traute ich mir zu, aber hier mussten neue Bleche eingeschweißt werden. Ich habe weder ein Schweißgerät, noch kann ich schweißen. Es hilft also alles nichts. Damit musste ich in eine Werkstatt. Derartige Rostschäden sollten ein Profi beheben. Nur so ist sichergestellt, dass der Rost vollständig beseitigt und die Karosserie wieder stabil ist. Zum Glück fand ich eine Werkstatt, die mir nicht gleich Unsummen abknöpfte.

Nachdem die Löcher fachgerecht repariert waren, konnte ich mich um den restlichen Rost kümmern. Abgesehen vom Boden konnte ich keinen Rost feststellen, sodass es ausreichen dürfte, nur den Boden mit Rostschutz zu behandeln. Als erstes reinigte ich den kompletten Boden, um die Roststellen leichter identifizieren zu können. Den oberflächlichen Rost konnte ich leicht mit einem Schleifschwamm entfernen. Grobere Stellen bearbeitete ich mit einen Drahtaufsatz für die Bohrmaschine. Nachdem alle Roststellen schön blank waren, trug ich zur Sicherheit einen Rostumwandler auf. Für den Anstrich musste nun der Boden einmal komplett angeraut, sprich angeschliffen, werden. Wegen der Form des Bodens war dies nur mit einem Schleifschwamm von Hand möglich. Also, ab auf die Knie und schleifen, schleifen, schleifen. Nach rund zwei Stunden waren die Arme lahm und der Boden endlich angeschliffen. Jetzt musste aber der Schleifstaub vollständig entfernt werden. Zunächst wurde der Boden gefegt und dann mit Wasser und Schwamm gründlich gereinigt. Zuletzt wurde mit einem Silikonentferner auch das letzte bisschen Fett entfernt. Nun fehlte noch das Abkleben, dann konnte die erste Lackschicht aufgetragen werden. Auch hierfür musste ich auf einen Pinsel zurückgreifen, da es mit Rolle unmöglich war. Am dritten Tag und nach einer zweiten Lackschicht war es vollbracht. Der Boden erstrahlte in neuem Glanz und alle Roststellen waren vor neuem Rost geschützt.

Während der Trocknungsphasen kümmerte ich mich schon mal um eine der äußeren Roststellen. Nach der Entdeckung im Innenraum schwante mir zwar Böses, aber es musste ja sein. Doch als ich mit dem Drahtaufsatz den Rost entfernte, stieß ich sofort auf blankes Blech. Der Schaden war also überschaubar. Eine Schicht Rostschutzlack sollte neuen Rost verhindern. Dann folgte ein Füllerspray, das die schlimmsten Unebenheiten ausglich. Anschließend folgten Farb- und Klarlack in dünnen Schichten und die Stelle war zu meiner Zufriedenheit nachgebessert.

Ich schätze, dass kann sich sehen lassen. Nach diesem Abendteuer war ich doch wieder von dem Projekt überzeugt. Als nächstes sollte der neue Lack im Innenraum geschützt werden. Daher sollte nun der Boden eingebaut werden.

06 Juli 2026

04 - Die Entkernung

Das Auto war da, also konnte endlich mit dem Umbau begonnen werden. Nun gut, treten wir mal auf die Bremse. Denn vor dem Umbau kommt der Abriss bzw. die Entkernung. Das Fahrzeug muss auf den Rohbau zurück.

Neben den Sitzbänken im Fond und dem Regal im Kofferraum mussten die Seitenverkleidungen und der Bodenbelag raus. Den Fahrerbereich ließ ich zunächst unangetastet, sodass das Auto fahrbereit blieb. Als Sitze und Bodenbelag entfernt waren, tauchten unzählige Kabel auf. Wofür sind die? Werden sie noch benötigt? Da leider Beschriftungen fehlten, blieb nur suchen.

Viele der Kabel endeten unter dem Fahrersitz, wo sich eine Zusatzbatterie befand. Offenbar wurden damit zuvor die technischen Gerätschaften versorgt, denn die anderen Enden der Kabel hingen hinter der Verkleidung in der Luft. Kurzerhand kam der Seitenschneider zum Einsatz und ab waren die lästigen Kabel. Andere waren weniger eindeutig. Hier musste etwas länger gesucht werden.

Als schließlich auch die Deckenverkleidung herunter war, konnten auch die letzten Kabel zugeordnet und die nicht benötigten entfernt werden. Nur ein Kabel machte mir Sorgen. Seine Herkunft konnte ich nicht zweifelsfrei bestimmen. Ich vermutete, dass es zur Heckscheibenheizung gehörte. Allerdings war es an der Zusatzbatterie angeschlossen und nirgends war ein Schalter hierfür zu finden. Tja, so ist es, wenn man keine Neuware kauft. Also blieb es vorläufig isoliert und aufgerollt im hinteren Bereich hängen.

Neben den Kabeln wurde auch gleich die Zusatzbatterie ausgebaut. Mit nur 50 Ah und zudem eine AGM-Batterie ist diese für meine Pläne ungeeignet. Mir schwebte eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie - kurz LiFePO4 - mit mindestens 200 Ah vor. Auch die nutzlosen Lautsprecher im Heck, die Funktechnik und die Verkabelung der Sondersignalanlage wurden ausgebaut.
Die Kabel und Kleinteile wurden direkt entsorgt. Der Bodenbelag sowie die Verkleidungen wurden zunächst aufgehoben. Sie sollten später als Schablonen für die Bodenplatten und die neuen Verkleidungen dienen.

Nun, da die Entkernung abgeschlossen war, konnte endlich Maß genommen werden. Endlich war klar, welche festen Einbauten zu berücksichtigen sind. Und im Kopf entstand schon der Einbau: Bett, Schrank, Küche - alles muss hineinpassen. Stromversorgung und Toilette sollten auch nicht fehlen. Irgendwo müssen der Kocher und eine Kühlbox hin. Eine Spüle wäre schön. Also messen, messen, messen! Wie breit sind die Schiebetüren? Wie viel Platz ist zwischen den Radkästen? Und wie hoch ist überhaupt der Innenraum?

Leider war die Entkernung nicht nur der Beginn des Ausbaus. Sie war auch der Beginn der Zweifel. Doch dazu mehr im nächsten Beitrag.

06 - Fußboden & Dämmung

Nachdem im Innenraum alle Roststellen behandelt waren und das Bodenblech in neuem Farbglanz erstrahlte, erschien es sinnvoll, eine...