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12 Juli 2026

05 - Rost, Rost, Rost

Dass ein Auto aus dem Jahr 1995 Roststellen hat, war mir von Anfang an klar. Und bei der Suche nach dem richtigen Basisfahrzeug hatte ich Fahrzeuge gesehen, bei denen nur noch der Lack alles zusammengehalten hat. Bei vielen war auf den ersten Blick erkennbar, dass ich um einen umfangreichen Werkstattbesuch nicht herumkommen würde. Es hätten neue Bleche eingeschweißt werden und somit eine neue Lackierung sein müssen.

Auch mein neuer Bulli hatte Roststellen. Der Verkäufer hat diese auch gar nicht erst verheimlichen wollen. Aber es waren nur kleine unbedeutende Stellen und ich war mir sicher, diese leicht ausbessern zu können. Da es mir nicht um einen perfekten Außenlook ging - Schrammen wird er mit der Zeit ohnehin bekommen - dürfen später ausgebesserte Stellen ruhig erkennbar sein.

Ich war mir daher bewusst, dass ich unter dem Bodenbelag und hinter den Verkleidungen wohl auf weiteren Rost stoßen werde. Da äußerlich nichts zu sehen war, befürchtete ich aber, nichts Wildes zu finden.

Beim Ausbau der Sitze konnte ich auch nur Rost an den Schrauben feststellen und auch als der Bodenbelag weg war, war offenbar nur oberflächlicher Rost vorhanden. Nur bei beiden Radkästen entdeckte ich Lackablösungen. Da diese auf beiden Seiten existierten und der Bereich sich nicht nach Blech anhörte, nahm ich an, dass ich die Ablösungen einfach entfernen kann und dann neu lackiere. Ich vermutete, dass hier Schraubenköpfe zum Schutz abgedeckt und später überlackiert wurden. Doch als ich vorsichtig die losen Bestandteile entfernen wollte, konnte ich plötzlich den Straßenbelag und den Reifen sehen. Oh mein Gott! Wie es scheint war hier bereits das Blech durchgerostet und die Stellen wurden mit einem Spachtel oder Ähnlichem verschlossen und reprofiliert.

Dies war einer der Tage, an denen ich an dem ganzen Projekt zweifelte. Wie schlimm sind die Stellen? Gibt es noch mehr davon? Wie soll ich das bloß reparieren? Schleifen und lackieren traute ich mir zu, aber hier mussten neue Bleche eingeschweißt werden. Ich habe weder ein Schweißgerät, noch kann ich schweißen. Es hilft also alles nichts. Damit musste ich in eine Werkstatt. Derartige Rostschäden sollten ein Profi beheben. Nur so ist sichergestellt, dass der Rost vollständig beseitigt und die Karosserie wieder stabil ist. Zum Glück fand ich eine Werkstatt, die mir nicht gleich Unsummen abknöpfte.

Nachdem die Löcher fachgerecht repariert waren, konnte ich mich um den restlichen Rost kümmern. Abgesehen vom Boden konnte ich keinen Rost feststellen, sodass es ausreichen dürfte, nur den Boden mit Rostschutz zu behandeln. Als erstes reinigte ich den kompletten Boden, um die Roststellen leichter identifizieren zu können. Den oberflächlichen Rost konnte ich leicht mit einem Schleifschwamm entfernen. Grobere Stellen bearbeitete ich mit einen Drahtaufsatz für die Bohrmaschine. Nachdem alle Roststellen schön blank waren, trug ich zur Sicherheit einen Rostumwandler auf. Für den Anstrich musste nun der Boden einmal komplett angeraut, sprich angeschliffen, werden. Wegen der Form des Bodens war dies nur mit einem Schleifschwamm von Hand möglich. Also, ab auf die Knie und schleifen, schleifen, schleifen. Nach rund zwei Stunden waren die Arme lahm und der Boden endlich angeschliffen. Jetzt musste aber der Schleifstaub vollständig entfernt werden. Zunächst wurde der Boden gefegt und dann mit Wasser und Schwamm gründlich gereinigt. Zuletzt wurde mit einem Silikonentferner auch das letzte bisschen Fett entfernt. Nun fehlte noch das Abkleben, dann konnte die erste Lackschicht aufgetragen werden. Auch hierfür musste ich auf einen Pinsel zurückgreifen, da es mit Rolle unmöglich war. Am dritten Tag und nach einer zweiten Lackschicht war es vollbracht. Der Boden erstrahlte in neuem Glanz und alle Roststellen waren vor neuem Rost geschützt.

Während der Trocknungsphasen kümmerte ich mich schon mal um eine der äußeren Roststellen. Nach der Entdeckung im Innenraum schwante mir zwar Böses, aber es musste ja sein. Doch als ich mit dem Drahtaufsatz den Rost entfernte, stieß ich sofort auf blankes Blech. Der Schaden war also überschaubar. Eine Schicht Rostschutzlack sollte neuen Rost verhindern. Dann folgte ein Füllerspray, das die schlimmsten Unebenheiten ausglich. Anschließend folgten Farb- und Klarlack in dünnen Schichten und die Stelle war zu meiner Zufriedenheit nachgebessert.

Ich schätze, dass kann sich sehen lassen. Nach diesem Abendteuer war ich doch wieder von dem Projekt überzeugt. Als nächstes sollte der neue Lack im Innenraum geschützt werden. Daher sollte nun der Boden eingebaut werden.

06 Juli 2026

04 - Die Entkernung

Das Auto war da, also konnte endlich mit dem Umbau begonnen werden. Nun gut, treten wir mal auf die Bremse. Denn vor dem Umbau kommt der Abriss bzw. die Entkernung. Das Fahrzeug muss auf den Rohbau zurück.

Neben den Sitzbänken im Fond und dem Regal im Kofferraum mussten die Seitenverkleidungen und der Bodenbelag raus. Den Fahrerbereich ließ ich zunächst unangetastet, sodass das Auto fahrbereit blieb. Als Sitze und Bodenbelag entfernt waren, tauchten unzählige Kabel auf. Wofür sind die? Werden sie noch benötigt? Da leider Beschriftungen fehlten, blieb nur suchen.

Viele der Kabel endeten unter dem Fahrersitz, wo sich eine Zusatzbatterie befand. Offenbar wurden damit zuvor die technischen Gerätschaften versorgt, denn die anderen Enden der Kabel hingen hinter der Verkleidung in der Luft. Kurzerhand kam der Seitenschneider zum Einsatz und ab waren die lästigen Kabel. Andere waren weniger eindeutig. Hier musste etwas länger gesucht werden.

Als schließlich auch die Deckenverkleidung herunter war, konnten auch die letzten Kabel zugeordnet und die nicht benötigten entfernt werden. Nur ein Kabel machte mir Sorgen. Seine Herkunft konnte ich nicht zweifelsfrei bestimmen. Ich vermutete, dass es zur Heckscheibenheizung gehörte. Allerdings war es an der Zusatzbatterie angeschlossen und nirgends war ein Schalter hierfür zu finden. Tja, so ist es, wenn man keine Neuware kauft. Also blieb es vorläufig isoliert und aufgerollt im hinteren Bereich hängen.

Neben den Kabeln wurde auch gleich die Zusatzbatterie ausgebaut. Mit nur 50 Ah und zudem eine AGM-Batterie ist diese für meine Pläne ungeeignet. Mir schwebte eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie - kurz LiFePO4 - mit mindestens 200 Ah vor. Auch die nutzlosen Lautsprecher im Heck, die Funktechnik und die Verkabelung der Sondersignalanlage wurden ausgebaut.
Die Kabel und Kleinteile wurden direkt entsorgt. Der Bodenbelag sowie die Verkleidungen wurden zunächst aufgehoben. Sie sollten später als Schablonen für die Bodenplatten und die neuen Verkleidungen dienen.

Nun, da die Entkernung abgeschlossen war, konnte endlich Maß genommen werden. Endlich war klar, welche festen Einbauten zu berücksichtigen sind. Und im Kopf entstand schon der Einbau: Bett, Schrank, Küche - alles muss hineinpassen. Stromversorgung und Toilette sollten auch nicht fehlen. Irgendwo müssen der Kocher und eine Kühlbox hin. Eine Spüle wäre schön. Also messen, messen, messen! Wie breit sind die Schiebetüren? Wie viel Platz ist zwischen den Radkästen? Und wie hoch ist überhaupt der Innenraum?

Leider war die Entkernung nicht nur der Beginn des Ausbaus. Sie war auch der Beginn der Zweifel. Doch dazu mehr im nächsten Beitrag.

24 Juni 2026

03 - Die Zulassung

Super, das Basisfahrzeug ist erworben, der Kaufvertrag unterzeichnet und der Kaufpreis gezahlt. Dann bleibt ja nur noch, das Auto abzuholen und nach Augsburg zu bringen. Dann kann es mit dem Umbau losgehen.

Tja, klingt zu schön, um wahr zu sein. Denn ich hatte nicht an den Behördendschungel in Deutschland gedacht. Theoretisch klingt es alles ganz einfach:
Man besorge sich eine Kfz-Haftpflichtversicherung, was inzwischen online kein Problem mehr ist. Hier kann man sich noch entscheiden, ob man diese nur für ein Kurzzeitkennzeichen oder gleich für die Anmeldung möchte. Man erhält nach Eingabe aller Daten eine eVB-Nummer. Mit dieser weist man der Zulassungsstelle nach, dass mit Zulassung des Fahrzeugs der Versicherungsschutz besteht.
Weiter benötigt man den Fahrzeugschein - eine Kopie reicht - und natürlich den Kaufvertrag und einen Ausweis.

Alles kein Problem! Einer Zulassung stand also nichts im Wege. Leider doch! Bei der Zulassungsstelle erklärte man mir dann, dass ich für dieses Fahrzeug nur ein Kurzzeitkennzeichen bekommen könne. Die eVB-Nummer gilt aber dafür nicht. Einen Anruf bei der Versicherung später hatte ich eine eVB-Nummer für ein Kurzzeitkennzeichen. Die Empfangsdame der Zulassungsstelle war aber trotzdem nicht zufrieden, denn die eVB-Nummer galt nicht für Sonderkraftfahrzeuge. Ein weiterer Kontakt mit der Versicherung und man erklärte mir, dass man keine Sonderkraftfahrzeuge versichern würde und somit dafür keine eVB-Nummer herausgeben könne.
Na toll, und nun? Nach einiger Recherche im Internet habe ich einen Anbieter gefunden, der gegen ein kleines Endgelt eine entsprechende eVB-Nummer herausrückte. Zurück am Empfang wurde mir dann tatsächlich eine Bearbeitungsnummer zugewiesen und ich durfte im Wartebereich Platz nehmen.

Nach einigem Warten wurde ich endlich aufgerufen.
Endlich erhalte ich meine Nummernschilder. Denkste!
Der freudliche Mitarbeiter der Zulassungsstelle prüfte mein Anliegen und teilte mir dann mit, dass ich für das Sonderkraftfahrzeug ausschließlich ein Kurzzeitkennzeichen erhalten kann. Mehr wollte ich ja auch erst einmal gar nicht. Dann erklärte er mir, dass dieses aber nur innerhalb der Gemeinde gültig wäre, wo das Fahrzeug zuletzt angemeldet war. Wie bitte? Ich könnte in Augsburg ein Kurzzeitkennzeichen erhalten, dieses wäre aber nur innerhalb der Gemeinde Schenklengsfeld gültig?

Ich erklärte dem Mitarbeiter der Zulassungsstelle daher den Sachverhalt und fragte ihn, wie ich dann zu einer Zulassung kommen kann. Zunächst muss der TÜV bestätigen, dass alle Anbauten für ein Sonderkraftfahrzeug wie Signalhorn und Rundumleuchten demontiert wurden. Erst dann kann das Sonderkraftfahrzeug zu einem normalen PKW umgemeldet werden. Dies kann entweder am jetzigen Standort erfolgen oder das Fahrzeug muss auf einem Anhänger nach Augsburg transportiert werden. Dabei können Ummeldung und Anmeldung in einem Schritt erfolgen.

Somit ging es nach endlosen Stunden unverrichteter Dinge wieder Heim. Nachdem der Frust etwas nachgelassen hatte, rief ich den Verkäufer an, um das Vorgehen abzustimmen. Da auch er von einem unkomplizierten Ummelden ausgegangen war, da die Signalanlage einfach zu demontieren ist, hatte er das Fahrzeug bereits abgemeldet. Somit war es unmöglich zum TÜV zu kommen. Jetzt war guter Rat teuer. Eine Lösung musste aber her. Der Verkäufer wollte mal herumfragen und sich dann melden.

Nach einigen Tagen hatte er Erfolg. Ein Bekannter hatte einen Freund beim TÜV und der sagte zu, sobald er ohnehin in der Gegend sei, um Landmaschinen zu prüfen, würde er die Abnahme machen. Zudem erläuterte er, was alles zurückzubauen wäre. Leider dauerte es dann etwas, bis er mal nach Schenklengsfeld kam. Dann gab es aber das ersehnte TÜV-Gutachten.

Mit diesem, und dieses Mal auch dem Original-Fahrzeugschein, ging es wieder zur Zulassungsstelle. Und jetzt lief auch alles wie am Schnürchen. Die Zulassung wurde erteilt. Ich bekam sogar eine Grüne Umweldplakette und wenig später waren auch die Kennzeichen fertig. Jetzt war ich also tatsächlich wieder im Besitz eines Autos, das auch auf mich zugelassen ist. Die Freude war riesig.

Jetzt musste ich nur wieder nach Schenklengsfeld fahren und das Auto abholen. Auf der Fahrt zurück nach Augsburg wurde dann mein Grinsen mit jedem Kilometer breiter. Der wichtigste Schritt auf dem Weg zum Camper war geschafft. Und ich hatte den Behördenwahnsinn überstanden.


Wer mehr zum Thema „Kurzzeitkennzeichen“, dem Nachfolger des roten Kennzeichens erfahren möchte, dem empfehlen wir den informativen Artikel Kurzzeitkennzeichen: Das gelbe Kennzeichens vom Deutschen Bussgeldkatalog. Herr RA Dr. Philipp Hammerich hat darin alle wichtigen Informationen zusammengetragen:

  • Wer kann ein Kurzzeitkennzeichen beantragen?
  • Wie lange ist ein Kurzzeitkennzeichen gültig?
  • Wo kann man ein Kurzzeitkennzeichen beantragen?

19 Juni 2026

02 - Das Basisfahrzeug

Die passende Größe und Ausstattung

Wer jetzt denkt, das ganze Lesen der Blogs und Foren wäre ohne ein Fahrzeug zu voreilig, liegt falsch. Zwar ist ohne fahrbaren Untersatz ein Umbau zum Camper nicht möglich. Aber ohne die Recherche vorweg, kann kaum das richtige Fahrzeug ausgewählt werden. Und dieser Schritt ist wohl der wichtigste im ganzen Projekt und sollte daher gut überlegt sein.

Zunächst ist die Frage nach der Größe zu klären. Ein Standard-PKW scheidet hier schon einmal aus, da darin kaum ein Bett unterzubringen ist. Ein etwas längerer Kombi, jede Art von Transporter und Kleinbusse, passen da schon eher ins Schema. Aber auch LKW und Busse kämen in Frage. Doch wie viel ist zu viel? Und wo liegt die Untergrenze?

Auf der Weltreise hatte ich in Australien einen Mitsubishi L300 „Express“ mit Campingumbau. Im Vergleich zu vielen anderen Campingbussen handelt es sich um ein kleines Fahrzeug. Dementsprechend fiel die Ausstattung eher spartanisch aus, keine Frage. Dennoch habe ich mich darin wohl gefühlt und es war alles Notwendige vorhanden. Trotzdem war der Platz stark begrenzt. Neben einem fest verbauten Bett gab es nur die Küche im Heck. Stauraum befand sich unter dem Bett und war nur durch Anheben des gesamten Bettes erreichbar. Es gab also keine echte Sitzmöglichkeit und bei schlechtem Wetter konnte drinnen nicht gekocht werden.

Gemessen daran entfielen für mich auch Kombis, da die Höhe im Inneren sehr beschränkt ist und somit bei schlechtem Wetter der Aufenthalt im Fahrzeug wenig Freude macht. LKW und Busse entfielen allein schon wegen Größe, Spritverbrauch und Anschaffungspreis. Somit blieben nur Transporter und Kleinbusse.

Aber auch hier gibt es sehr viel Spielraum. Soll das Bett quer hineinpassen? Soll das Auto Stehöhe bieten? Wenn ja, als Hochdach oder als Aufstelldach? Soll es lang genug für eine Nasszelle sein? Diese und ähnliche Fragen lassen sich durch die Frage der gewünschten Nutzung beantworten. Ein breites und langes Fahrzeug kommt nicht überall hin, z.B. durch enge Gassen in Italien. Ein hohes Fahrzeug mit Stehhöhe ist windanfälliger. Auch eine Nasszelle entfiel schnell, da hierfür zusätzliche Wasservorräte, ein Abwassertank sowie entsprechende Leitungen erforderlich sind. Was bleibt übrig? Ein Bett muss hineinpassen. Es sollte Sitzmöglichkeiten geben. Und es sollte die Möglickeit bestehen, im Inneren zu kochen, wenn einmal das Wetter nicht mitspielt. Somit war es für mich unwichtig, ob das Bett quer oder längs angeordnet werden kann. Die Frage nach dem Basisfahrzeug konnte ich demnach auf Modelle wie z.B. Toyota Hiace, VW Transporter oder UAZ Buchanka eingrenzen.

Nachdem ich auf Reisen vielleicht doch mal abseits befestigter Straßen unterwegs sein will, gestand ich mir eine Ausstattung mit Allradantrieb zu, vornehmlich einen zuschaltbaren Allradantrieb, um diesen gezielt einsetzen zu können.

Die Fahrzeugsuche

Somit gab es eine Auswahl an mögichen Fahrzeugen. Und ein Budget hatte ich mir auch zurecht gelegt. Nun ging es an die Suche. Es wurden alle möglichen und unmöglichen Gebrauchtwagenhändler in Augsburg und Umgebung abgeklappert, im Internet auf den einschlägigen Websites gesucht und die Angebotsvielfalt abgeglichen. Nachdem ich nahe Köln einen Händler ausfindig machen konnte, der tatsächlich gebrauchte Toyota Hiace mit Allradantrieb verkauft - findet man in Deutschland sonst nicht - musste ich direkt hin.
Der Name des Autohandels hätte mich vorwarnen sollen. Hauptsächlich werden die Fahrzeuge nach Afrika exportiert. Dennoch ist auch ein Kauf in Deutschland möglich. Ich hätte wohl mindestens zwei Autos kaufen müssen, um am Ende daraus ein ganzes zusammen zu basteln.

Schnell wurde klar, mein Budget für das Basisfahrzeug musste höher ausfallen. Die Suche ging also weiter. Aber wie heißt es so schön: „Wer suchet, der findet!“

Nach schier endloser Suche im Internet und bei Gebrauchtwagenhändlern stieß ich auf eine Anzeige zu einem VW T4 Syncro. Im Vergleich zu allen anderen Fahrzeugen schien der Zustand ziemlich gut zu sein und der Kilometerstand für den Preis überraschend niedrig. Da das Fahrzeug zudem zunächst im Besitz der Bundespolizei war und aktuell von der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Schenklengsfeld genutzt wurde, ist es scheckheftgepflegt.

Bei einer Probefahrt konnte ich mich von der Qualität überzeugen. Der Motor sprang ohne Probleme an und schnurrte anschließend wie ein Kätzchen vor sich hin. Die Lenkung weist kein Spiel auf und auch sonst konnte ich keine gravierenden Macken finden. An der Karosserie konnte ich nur wenige Roststellen feststellen und auch ein Blick unter die Motorhaube offenbarte keine Mängel. Der TÜV war auch noch aktuell. Bei einer kurzen Verhandlung über den Preis konnte ich noch einen Rabatt herausholen.
Dennoch bat ich um etwas Bedenkzeit!

Nachdem ich noch einmal darüber geschlafen und mir alles genau überlegt hatte, meldete ich mich beim Verkäufer und sagte zu. Für schließlich 8.500 € erstand ich einen VW T4 Syncro, Baujahr 1995, mit ca. 170.000 km auf dem Tacho. Eine vergleichende Suche ergab i.d.R. Preise im fünfstelligen Bereich.

Jetzt musste nur noch der Kaufvertrag unterzeichnet werden und das Fahrzeug nach Augsburg gelangen. Doch hierzu mehr im nächsten Beitrag.

13 Juni 2026

01 - Von der Idee zur Verwirklichung

Wie alles begann!

Alles begann wohl mit den Reisen der vergangenen Jahre. Diese wurden zunehmend individueller und abenteuerlicher. Mein „Reisehighlight“ gipfelte in einer Weltreise 2015/2016, die mich auch nach Australien führte, womit ich erste Erfahrungen mit einem Camper machen konnte.

Die Scheidung, für mich ein einschneidendes Erlebnis, welche mein Leben buchstäblich auf den Kopf stellte, zwang mich, alles neu zu überdenken. In dieser schweren Zeit bin ich zufällig bei Facebook auf ein Video gestoßen. Darin beschrieb ein Pärchen den Umbau ihres Autos in einen Camper. Diesem interessanten Video folgten bald zahlreiche weitere Videos.

Eine neue fixe und vielleicht total durchgeknallte Idee war geboren!

Die Idee!

Nach ein paar Videos bin ich nicht gleich losgezogen, habe mir ein Auto gekauft und mit dem Umbau begonnen. Ganz so verrückt bin ich also doch nicht.

Zunächst habe ich mich durch schier endlose Blogs und Foren geklickt und tagelang YouTube-Videos geschaut. Alles sah so simpel aus. Man nehme ein paar Bretter und säge diese zurecht, dann folgt das Zusammenschrauben oder alternativ das Verleimen und Voilà, ist ein neuer Camper geboren.

Naja, ich bin zum Glück Realist.
Ein wenig mehr Arbeit steckt schon dahinter. Aber ich habe es auch geschafft, einen Käfig für meine Kaninchen zu bauen. Gut, es gab eine detaillierte Anleitung mit Maßen. Aber sägen, bohren, schrauben musste man selbst. Und was soll ich sagen, der Käfig ist großartig geworden und hat wegen der Weltreise zwei Umzüge mit Teilabbau und den Angriff von wildgewordenen Nagetieren überlebt.

Ich möchte mich nicht als geborenen Handwerker bezeichnen. Ich habe eher (da Linkshänder) zwei „rechte Hände“. Wann immer ich ein Werkzeug in die Hand nehme, sollten auch Pflaster oder besser gleich ein ganzes Erste-Hilfe-Set griffbereit sein.
Hier hatte ich nur den Sägetisch von Papa aufgestellt. Ein Werkzeug hatte ich noch nicht mal in der Hand.

Auch habe ich keine Ahnung von Autos. Ich kann vermutlich einige Teile im und am Auto beim Namen nennen und ich traue mir auch einen Radwechsel zu. Wenn ich jedoch unter die Motorhaube blicke, dann schaue ich wie Schwein ins Uhrwerk. Aber genug der Floskeln. Ein Meister ist schließlich noch nicht vom Himmel gefallen. Mist, doch noch eine 😉.

Die Idee war geboren und setzte sich in meinen Kopf fest. Was wäre wenn? Kann ich das schaffen? Sollte ich das tun? Diese und ähnliche Fragen beschäftigten mich zunehmend. Schließlich nahm ich mir die Worte von Freunden und Kollegen betreffend der Trennung zu Herzen. „Wer weiß, wozu es gut ist?“ „Du lebst nur einmal.“ „Schau nach vorn.“

Ja, es ist verrückt! Was soll ich mit einem Camper? Ich habe seit Mitte 2015 nicht einmal ein Auto besessen. Dennoch oder vielleicht gerade weil mein Leben damals vollkommen aus den Fugen geraten war, musste ein Neuanfang her. Außerdem würde mich das Thema beschäftigen und ablenken.

Doch bevor es richtig losgehen konnte, sollte noch das Eine oder Andere geklärt werden:

  • Wofür soll der Camper ausgelegt sein?
  • Was brauche ich unbedingt im Camper?
  • Wie sieht es mit der Elektrik aus?
  • Welches Budget stelle ich mir vor?
  • Wie gehe ich überhaupt vor?

Vor allem die letzten beiden Fragen beschäftigten mich in der darauffolgenden Zeit besonders. Wenn man so etwas noch nie gemacht hat, handwerklich wenig begabt ist und von Autos keine Ahnung hat, dann weiß man einfach nicht, wo man anfangen soll. Also wieder Blogs und Foren kontaktieren und auf YouTube Videos ansehen. Aber allmählich schälte sich ein Bild heraus. Und auch zum Thema Budget findet man erstaunlich viele, sehr detaillierte Infos im Netz.

Ich möchte euch hier nicht mit der Budgetplanung langweilen und werde auch sonst versuchen, auf konkrete Rechnungen zu verzichten. Nur soviel vorweg, meine Budgetplanung ist bereits beim Erwerb des Basisfahrzeugs gescheitert.

05 - Rost, Rost, Rost

Dass ein Auto aus dem Jahr 1995 Roststellen hat, war mir von Anfang an klar. Und bei der Suche nach dem richtigen Basisfahrzeug ha...